29.07.2006 Beach-Soccer-Turnier – Bad Köstritz
Also… das Beach-Soccer-Turnier in Bad Köstritz… ich sage es euch… ein Genuss für Augen, Ohren und Nasen!!! Die Verschmelzung von musikalischer Brillanz und körperlicher Ästhetik! Aber wartet ab…
Also, dass wir als Band ganz gerne mal gegen das lederne Runde treten dürfte ja mittlerweile allgemein bekannt sein. Das wir zudem auch „fast“ alle über durchaus bundesligataugliche, fußballerische Fähigkeiten verfügen ist mittlerweile auch kein Geheimnis mehr. Nur leider kommen wir als gestresste Superstars des Rock´n Roll sehr selten dazu, diesem Hobby zu frönen.
Umso mehr erfreute uns natürlich die Anfrage vom Veranstalter des Beach-Soccer-Turniers in Bad Köstritz, ob wir nicht einen Beitrag für das musikalische Rahmenprogramm leisten wollten. Die Aussicht, vor einer Horde von fast ausschließlich männlichen Fussballern zu spielen, ist zwar jetzt nicht unbedingt nur schön… aber… naja… Der Gedanke, der bei uns sofort in den Köpfen geboren war, war der, dass wir an dem Turnier selbst als Mannschaft teilnehmen könnten und dann eben abends als Band dort spielen… gesagt, getun, getan!
Aufgrund des riesigen Betrugsskandals in der italienischen Serie A und dem daraus entstandenem Vertragschaos bei den italienischen Fussballprofis konnten wir für relativ günstiges Geld ein paar Weltklassespieler für unser Team verpflichten. Von Juventus Turin wechselten noch vor Saisonbeginn Tino-der Beißer, Falk-die Klebe und Danny-das Wiesel, vom AC Mailand kamen Conny-die Lunge, Ron-die Mauer und Mike-die Katze zu unserem Karnevalsverein! Und das alles zusammen für die lächerliche Ablösesumme von zwei Kisten Wasser und zwei Flaschen Whisky…
Fussball kann so ungerecht sein! Und genau aus dem Grund hab ich ja damals den Profivertrag beim FC Bayern München ausgeschlagen.
Ich war als direkter Effenberg-Nachfolger vorgesehen. Aber die Trainingszeiten und Spielzeiten lagen so ungünstig, dass ich dann mit der Band hätte kürzer treten müssen. Und da muss man dann mal Prioritäten setzen!
Aber zurück zum Thema… man muss auch mal ganz ehrlich sagen, dass sich durch die Verpflichtung der 6 Italienlegionäre die Schlagkraft unserer Truppe um ca. 100000% gesteigert hat… Gott sei´s gedankt!
Denn nur so hatten wir überhaupt eine Minimalchance, überhaupt die Vorrunde zu überstehen!
Wichtig für Profis ist es immer, neue Trainingsreize zu setzen. Das reizt die Muskulatur und sorgt für einen schnellen Muskelaufbau und damit natürlich für eine erhöhte Spritzigkeit und Leistungsbereitschaft des Körpers. Aus diesem Grund haben wir auch alle unser tägliches Training spontan abgesetzt und bis zum Tag des Turniers nicht mehr gegen den Ball getreten…! Also zumindest fast alle… hinter vorgehaltener Hand hat man sich erzählt, dass ein paar Streber aus meiner Band doch tatsächlich um Mitternacht auf einem unbeleuchtetem Bolzplatz gesehen wurden, wie sie heimlich Sondereinheiten gekloppt haben!? Pfui!!! Das ist doch übertriebener Ehrgeiz! Das wollen die Fans im Stadion nicht sehen!!!
Naja… auf jeden Fall haben wir uns alle am 29.07.06 früh morgens um 08:00 Uhr!!!!! vor dem Proberaum getroffen, um anschließend gemeinsam nach Bad Köstritz zu fahren. Das Wetter war für ein Beach-Soccer-Turnier unter freiem Himmel… naja… sagen wir mal suboptimal!
Es goss aus Eimern! Bindfadendick kam das kühle Nass den Himmel runter… ekelhaft! Und als wir alle noch im Auto saßen und völlig deprimiert auf das traurige Wetter schauten, meinte unsere Wetterfee , Conny-die Lunge…“ach, das reißt gleich auf!“.
Na klar… Conny „Kachelmann“!? Am Himmel war nur schwarz, man hat die Hand vor Augen nicht gesehen, kein Schwein war auf der Straße, weil der Regen so hart war, dass er den Putz von den Häusern abspülte… aber… “das reißt gleich auf!“?! Weiber!
In Bad Köstritz angekommen schüttete es natürlich immer noch. Aber zumindest fanden wir in dem großen Zelt ein ruhiges und vor allem trockenes Plätzchen. Die Jungs von PVS waren auch schon da und schon schwer mit dem Aufbau der Tonanlage beschäftigt.
Wir schickten erstmal unseren Kapitän, Tino-den Beißer, los, um alle Formalitäten mit der Turnierleitung abzuklären, also wer, wann, wo und warum überhaupt auf welchem Platz gegen welche Gegner spielt?! Als er wiederkam, hatte er fast alle Formalitäten geklärt, wollte aber noch wissen, unter welchen Namen er unsere Mannschaft anmelden soll?!
Auf diese Frage war ich natürlich vorbereitet. Schließlich war ich ja der Trikotbeauftragte in unserem Team.
In dieser Funktion war ich in der Vorwoche losgestürzt und hatte sämtliche Boutiquen in Jena leer gekauft, damit sich meine Jungs in einer ansprechenden Garderobe präsentieren können. Letztendlich hab ich mich für schicke rote Höschen und weiße Shirts entschieden, die ich dann entsprechend bedrucken lassen musste. In dem „T-Shirt-Bedruckungs-Fachgeschäft“ angekommen, stellte sich mir dann zum ersten Mal ernsthaft die Frage, wie unsere Mannschaft heißen soll?!
Und diese Frage war gar nicht so leicht zu beantworten… finde mal einen Namen, der für alle irgendwie passt und mit dem sich jeder irgendwie identifizieren kann?! Naja… nach langem Überlegen und nachdem ich mir im Kopf nochmal alle Gesichter meiner Mannschaft vor Augen geführt habe, war mir dann plötzlich klar, wie unsere Mannschaft heißen muss…
„Pornboys“!!! Ein Kracher!!! Also versuchte ich der leicht verwirrten T-Shirt-Bedruckungs-Fachangestellten in ruhigem und ernstem Ton zu vermitteln, was da in roten Lettern auf unsere weißen Shirts sollte… Ich glaube, die hatte bis zum Schluss Angst vor mir. Die dachte bestimmt, ich sei ein Zuhälter oder sowas?!
Naja… egal… als meine Jungs dann in Bad Köstritz die T-Shirts auspackten und sahen, unter welchem Namen unsere Prominentenelf spielen wird, war die Freude natürlich entsprechend groß… “Pornboys“… ich finde den Namen heute noch geil!
Aber er passte auch… elf Typen, in der Blühte ihres Lebens, barfuss und nur bekleidet mit einem knappen, roten Höschen und einem weißen Pornboy-Shirt… das ist echt Porno!!!
Naja… während die Jungs von PVS wegen ihrer schwarzen, armeeähnlichen Arbeitsfunktionswäsche neidisch auf unsere roten Höschen schielten, machten wir uns schon mal mit dem runden Leder vertraut.
Mittlerweile hatte es tatsächlich schon einmal aufgehört zu regnen, was die Glaubwürdig von Conny-die Lunge-Kachelmann um ein vielfaches erhöhte!
Naja… aber noch war es früh am Morgen und von Sonne keine Spur! Die offizielle Begrüßungszeremonie im Freibad zu Bad Köstritz wurde vom Starkommentator des DSF, Herrn Hans-Florian Phillip, geleitet. Der Typ ist nicht ganz glatt… ehrlich… der Kerl schafft es, in einem Satz, 12 Nebensätze und 18 Kalauer einzubauen… irre! Philli… ich will ein Kind von Dir! Bei so einer Begrüßung war die Marschrichtung für den Tag natürlich schon gleich ausgegeben… Spaß, Spaß und gewinnen!!! Kurz zur Erklärung noch… Spieldauer = 2x6 Minuten in einem 15x30m großen Sandkasten… Auswechseln bis der Arzt kommt und Weiber ohne Ende!
Unser erster Gegner war der FC… keine Ahnung! Auf jeden Fall verloren wir unglücklich mit 2:1, obwohl wir klar die bessere Mannschaft mit den besseren Tormöglichkeiten waren! Nur haben wir die Dinger eben nicht rein gemacht. Nach einem unglücklichen 1:0 Rückstand, an dem unser Spielführer Tino-der Beißer nicht ganz unschuldig war, konnte Falk-die Klebe den Ball mit einem satten Fernschuss aus ca. 400m Entfernung im gegnerischen Netz versenken. Es können auch 500m gewesen sein… weiß ich nicht mehr so genau! Anschließend hatten wir das Spiel absolut im Griff und erarbeiteten uns mehrer 100%ige Torchancen. Aber ein absolut unberechtigter 9m, nach einem angeblichen Foul von Flori-dem Zerstörer, führte zur völlig unberechtigten 2:1 Führung und damit zum Endstand… naja… Der Schiri, Robert hieß er glaube, kam aus Berlin und fuhr später mit einer schwarzen S-Klasse, einem Plasmafernseher und 3 albanischen „Freunden“ vom Gelände! Alles Wichser!
Bei dem ganzen Ärger und Unmut wollen wir aber natürlich nicht die schönste Szene des ganzen Turniers vergessen. Die gehörte dem wohl talentiertesten Spieler des ganzen Turniers… dem Pele des mittleren Saaletals, dem Gott des angeschnittenen Flugkopfballs und dem König der aufgehobenen Abseitsfalle… nämlich mir! Nach einem brillanten Konter aus der eigenen Hälfte heraus, legte mir Falk-die Klebe das runde Leder per Kopf so derartig präzise vor, dass ich nur mit einer akrobatischen Flugeinlage den Ball in ca. 5m Höhe, volley und per Seitfallzieher, mit Knoten in den Beinen und ca. 800PS in den Füssen in Richtung gegnerisches Tor ballern konnte. Ich meine, Ihr konntet es leider nicht sehen und es lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben… aber es sah toll aus, irre, geradezu unglaublich, wunderschön, formvollendetes Fussballspiel… ach was sage ich… Fussballästhetik!!! Leider war das alles völlig für umsonst, weil der Ball zwar genau Richtung Lattenkreuz ging, aber unmittelbar vor dem Überqueren der Torlinie von so 'nem Spacken von Tormann abgefangen wurde… Arschloch!!! Naja… Kai und Conny vergaben dann noch jeweils ne 100%ige Torchance, die uns zumindest das Unentschieden bewahrt hätte… aber naja… ein Bassist und ein verhinderter Wetterfrosch… schickst Du Scheiße, kriegst Du Scheiße!!! ... ohne Worte! Naja, in der Spielpause stellten wir die Mannschaft kurzerhand um und feilten ein wenig an der Taktik. Die neue Taktik hieß… “mehr Tore schießen als der Gegner“! Geile Idee eigentlich?! Das zweite Spiel war gegen die Eisentreter vom FC Budde. Die hatten ihr erstes Spiel auch verloren und waren dementsprechend heiß auf uns!
Aber entsprechend unserer Philosophie als Pornoboys machten wir das Ding schon frühzeitig rein und hielten die Spannung über die kompletten 12 Minuten bis zum völlig verdienten 1:0 Sieg! Der Torschütze war übrigens der Gerd Müller des vorgetäuschten Hackentricks… unser Michili!!! Eine Granate am Ball und in der Kiste sowieso!
Jetzt hieß es erstmal auf die anderen Ergebnisse und entsprechend die Tabelle gucken. Wir hatten mittlerweile 3:3 Punkte und 2:2 Tore. Hatten also gute Aussichten auf das Erreichen des Achtelfinales. Wir mussten nur im nächsten Spiel gewinnen oder zumindest einen Punkt holen.
Aber auf Unentschieden spielen können wir nicht… das ist wie „ein bissl“ Sex haben oder ein bissl auf Toilette gehen?! Entweder ganz oder gar nicht!
Also raus auf den Platz und den Sprachgestörten von Torpedo Dresden mal gezeigt, wo der Frosch die Locken hat! Die müssen sich vorgekommen sein, wie 1939 unsere polnischen Freunde beim Auswärtsspiel der Deutschen an der Oder. (Diesen Witz sollte ich vielleicht mal nicht weiter ausmalen!?).
Egal… auf jeden Fall führten wir nach 3 Minuten mit 2:0. Den Dresdner Elbschiffern stand das Pippi in den Augen. Conny-die Lunge und Ron-die Mauer erzielten die beiden Führungstreffer und sonnten sich völlig zurecht in ihrem Erfolg!
Der Rest der Mannschaft feierte an der Aussenlinie schon den sicheren Einzug ins Achtelfinale als irgend so ein sächsischer Grenzwasserpolyp den Ball auf absolut unfaire Weise an unserm Schlussmann, Mike-die Katze, vorbeistümmelte… Der Typ hat bis dahin alles gehalten, was es zu halten gab. Und selbst die unhaltbaren hat er mit Bravur aus den Angeln gefischt! Und nun das… der Anschlusstreffer?! Ein Unentschieden hätte zwar gereicht… aber wie gesagt… verlieren kann jeder!
Aber Mike-die Katze hielt fortwährend alles, was auf seinen Kasten kam… Bälle, Gegner… ja selbst unschuldig umherfliegende Vögel wurden aus dem hermetisch abgeriegeltem Luftraum gepflückt! Endstand 2:1 und die Pornboys standen im Achtelfinale des Renault-Walther-Cups zu Bad Köstritz! Grandios! Die Stimmung war zum Bersten! Es spielten sich Szenen der ab, die man sonst nur aus billigen, tschechischen Heimatfilmen kennt… nackte, schweißgebadete Körper, die sich im Freudentaumel leidenschaftlich aneinander reiben… irre!
Und wie es sich für richtige Fussballer gehört, wurde der Sieg dann entsprechend im Ermüdungsbecken des Freibades gefeiert… also alle man ab… ins Wasser! Herrlich!
Entgegen unsere frühmorgendlichen Erwartungen hatte unser Wettergott Conny-die Lunge-Kachelmann nämlich tatsächlich Recht behalten. Es riss auf… und zwar gewaltig. Es waren bestimmt 30-35°C auf dem Platz und Minimum 100°C im Körper. Und das obwohl wir bis dahin wirklich nur Wasser getrunken hatten… Profis eben… aber trotzdem… nach dem Fussballspiel ins Wasser ist ganz großer Sport!!! Auf jeden Fall probierten wir alles aus… vom Sprungtürmchen, über das Kinderplanschbecken, bis hin zur Rutsche!!! Ein Träumchen!!!
Gegen 13 Uhr standen dann die Achtelfinalpaarungen fest. Unser Gegner… die Underdogs von Gera 03, Achte Mannschaft, 6. Kompanie und davon der 4.Abschnitt… irgend so eine zusammengewürfelte Truppe aus lauter Bundesligaversagern und eisernen Jungfrauen!
Aber wir hatten keine Angst! Auch nicht vor Frauen?!
Also wieder raus auf den Platz und geguckt, was kommt!
Und es kam eigentlich ganz gut. Hinten standen wir geschlossen, wie damals die Russen vor Stalingrad (Zitat Ende) und vorne versiebten wir eine Großchance nach der anderen. Kerl oh Kiste… so blind kann man gar nicht sein! Aber unmittelbar nach der Halbzeitpause gelang uns das sensationelle, wenn auch längst schon überfällige 1:0! Torschütze war mal wieder Falk-die Klebe… glaube ich zumindest. Weil im Überschwang der Emotionen habe ich mein Kurzzeitgedächtnis verloren! Die Ausrede habe ich früher beim Fremdgehen schon immer gehabt… hat aber nie was geholfen… egal! Auf jeden Fall führten wir 1:0 und waren somit quasi schon im Halbfinale! Denn Mike-die Katze hielt immer noch dicht, wie Heinz Höhnig nach 'ner Weinprobe! Ok, der ist nicht von mir… aber lustig!
Und wir spielten das Spiel jetzt quasi nach italienischem Vorbild runter. Unsere Legionäre hatten bei ihren Clubs ja 'ne gute Ausbildung bekommen, die wir direkt auf unser Spiel übertrugen. Zudem wechselten wir wie die Weltmeister. Da wo andere Mannschaften mit 4 Feldspielern und 1-3 Auswechslern spielten, konnten wir auf mehr als eine komplette Ersatzmannschaft zurückgreifen… nämlich 6! Das war natürlich ein unglaublicher Vorteil. Für den haben wir aber auch kräftig gelöhnt!
Wir wechselten so schnell, dass unsere Gegner teilweise gar nicht mehr wussten, wer jetzt ihr Gegenspieler ist. Teilweise müssen die den Eindruck gehabt haben, dass sie gegen 2 Mannschaften spielen… aber… naja… die Pornboys sind ja mittlerweile bekannt als der FC Chelsea von Ostthüringen!
Endstand 1:0 und damit standen wir im Halbfinale… irre!
Also wieder Bier- und Sektdusche, kurzer Geschlechtverkehr mit den mitgereisten Fans und anschließend die Siegesfeier im Ermüdungsbecken… das ist Rock´n Roll! Unser Gegner wurde im 2. Achtelfinalspiel, Havana Allstars gegen die komplette Geraer Türsteherriege (den Namen hab ich vergessen … irgendwas mit Brasilien oder Ronaldo… keine Ahnung) ermittelt. Und das war ein Spiel… mein lieber Herr Gesangsverein… ohne Worte. Die gerschen Muckikicker waren alle ca. 2,50m groß, ungefähr genauso breit, tätowiert bis hinters Ohr, kahl rasiert und mit einem Blick in den Augen, der jedem klar machte, dass diese Jungs zur Not auch töten würden, um zu gewinnen! Ich wollte mit den Havanas nicht tauschen! Die sahen gegen die Eisenbieger aus wie die Tänzer aus Schwansee! Aber ich drückte ihnen verdammt nochmal die Daumen!!! Und der Fussballgott erhörte uns. Die Havanas gewannen 2:1 gegen die Totschlagtruppe aus Gera. Die waren darüber natürlich not amused. But what should I do? Nix! Und nach 'ner halben Stunde hatten sich die Jungs ja auch schon wieder fast abgeregt! Ich holte aus meinem Auto dann die Onkelz-live inHamburg und lies von Philli „Mexico“ über die Anlage einspielen. Das hat sie wieder milde gestimmt… und mich glücklich! Keiner verletzt, keiner in Gips und auch sonst alles schick! 1+! Also… Halbfinale gegen die Havanas… und die waren ein schwerer Brocken!
Wir spielten wieder wie die Halbgötter. Fingen uns dann aber doch mal wieder ein saublödes Gegentor. Unser Vorteil war aber, neben unseren chicken Höschen, dem filigranen Spiel, der hervorragend besetzten Ersatzbank, der Heerschar von mitgereisten Fans usw… also der eigentliche Vorteil war, dass die Havanajungs zuvor von den gerschen Türsteher ordentlich was auf die Knoche bekommen hatten und dementsprechend knülle waren. Ausserdem stand die Totschlagtruppe draussen am Spielfeldrand, feuerte uns an, den Onkelz sei dank, und begleitete jede Aktion der Havanas mit sofortigen Todesdrohungen! Gute Freunde sind ganz wichtig in diesem Geschäft!
Ich weiß jetzt gar nicht mehr genau, wie es passiert ist… ich glaub, es war Conny-die Lunge oder wer auch immer… auf jeden Fall stand es plötzlich 1:1 unentschieden und das Spiel war vorbei. Wir haben alle gepumpt wie die Maikäfer, weil wir wirklich alles gegeben hatten… aber jetzt ging es zum 9m-Schießen! Also… Teambesprechung… Conny und Tino meldeten sich relativ spontan als Schützen an. Ron und Specker wurden quasi mit ganz viel Geld dazu gezwungen… aber egal…
Die Havanas legten los… 2:1… sicher versenkt… Mike ohne Chance. Dann kam Conny… Der Vollpfosten hämmerte das Ding direkt unter die Latte. Aber war er auch drin? Der Schiri meinte erst nein. Doch ein Anruf bei „Robert H. aus B. an der E.“ genügte und der Treffer zählte plötzlich doch. Also 2:2. Dann wieder die Havanas… 3:2… Mike wieder ohne Chance.
Jetzt kam Specker… ähm Kai!!! Hoch konzentriert legte er sich den Ball zurecht. Wir standen am Mittelkreis und hielten uns gegenseitig in den Armen. Eigentlich hätte es uns klar sein müssen, dass ein Bassist die denkbar ungünstigste Wahl für den 9m-Schützen ist. Der bekommt ja mal gerade seine 4 Saiten koordiniert… aber was solls?!
Den Ball, den Kai auf den gegnerischen Tormann „abfeuerte“, hätte meine Oma mit den Stützstrümpfen gehalten! Naja…d ie Flachpfeife von Havanatormann hielt ihn natürlich auch! Also immer noch 3:2 für die Havanas und Kai vergrub sich im zugeschissenen Nordseestrand! Doch jetzt war die Stunde von Mike-die Katze-Lehmann gekommen. Der 9m-Killer aus dem Westviertel durchbohrte den gegnerischen Schützen solange und intensiv mit Blicken, dass dieser sich vor lauter Angst erstmal in die Hose gemacht hat und anschließend den Ball ins Nirvana ballerte! 1+! Also immer noch 3:2 für die Havanas! Jetzt kam Ron-die Mauer zum 9m-Punkt. Wenn er getroffen hätte, dann… ja dann… aber… naja… die traurige Wahrheit ahnt ihr wahrscheinlich schon. Darum will ich mal gar nicht so ins Detail gehen. Der Havanaheini verwandelte anschließend seinen 9m und somit waren die natürlich völlig unverdient im Finale!
Aber unsere Trauer hielt sich in Grenzen, denn wir waren wie immer die klar bessere Mannschaft, mit den klar besseren Torchancen. Ausserdem hatten wir definitiv die geilsten Höschen des ganzen Turniers! Wir waren quasi die Sieger der Herzen!!! Und so wurden wir von unseren Fans auch gefeiert! Danke! Danke! Danke! Wir feierten also trotzdem und landeten wieder im Ermüdungsbecken! Philli… der die ganze Scheiße immer noch moderieren musste, lief derweil zur absoluten Höchstform auf! Der Typ mischte das komplette Stadion auf… verbal versteht sich… traumhaft!!!
Gut… am Ende hat die 5. Mannschaft von Gera 03, 2. Kompanie und davon der 6. Abschnitt das Turnier gegen die Havanas gewonnen. Naja… ein farbloser Sieg in bunten Trikots und blassen Nasen… aber egal!!!
Die Sieger der Herzen zogen sich erstmal zur internen Vereinsfeier zurück! 2 Flaschen Whisky waren dabei nur der Anfang!
Anschließend oder nebenbei bauten wir schnell unsere Verstärker und das Schlagzeug auf! Soundcheck und fertig! Die Anlage, die PVS aufgebaut hatte, war… uijuihjuih!!! Laut und laut und einfach nur geil!
Es war mittlerweile schon so gegen 19 Uhr, die Sonne schien immer noch in den herrlichsten Farben und eigentlich war mir mehr nach Urlaub als nach Auftritt! Aber nach einer gründlichen Intimrasur und einer heißen Dusche war ich… immer noch im Arsch! Dieses ewige im Sandrumgetrete hatte meine Oberschenkel in Fassgröße anschwellen lassen!
Aber was ein echter Profi ist… der spielt auch so… Gegen 21 Uhr war zwar noch nicht allzu viel los… aber bevor ich einschlafe, wollte ich lieber anfangen zu spielen! Und da wir eh die meisten der Gäste kannten, machten wir quasi erstmal einen Kessel Buntes oder Wunschkonzert!
Ich steh auf diesen Scheiß… ehrlich… das ist wenigstens noch Rock´n Roll und nicht dieses abgeleierte Freitag-Samstag-Programm. Wir spielten Songs, die wir schon lange nicht mehr im Programm hatten… und es war sogar richtig lustig! Es war mal wieder ein ganz besonderer Abend, mit ganz besonderen Menschen… schön wars! Gegen 22 Uhr füllte es sich immer mehr, der Bierpegel stieg unaufhörlich und die Stimmung wurde zunehmend ausgelassener… Was dann natürlich auch dazu führte, dass das Programm ein wenig allgemein bekömmlicher wurde. Aber so ist es eben…
1:30 Uhr war dann Feierabend und Zeit für die Physiotherapie! Sonntags konnte ich noch nicht einmal einen Finger bewegen so knülle war ich… aber es hat sich gelohnt!!! Nächstes Jahr sind wir wieder am Start beim Renault-Walther-Cup zu Bad Köstritz!!! Versprochen!!! derMax