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26.12.2004 Jena – Havanabar »Weihnachtskonzert«

Wie jedes Jahr zu Weihnachten trafen wir uns allesamt am 26.12., um die allgemeine Weihnachtstrübseligkeit aus den Köpfen zu blasen, also musikalisch... obwohl... egal!

Ort für diese alljährliche Besinnlichkeitssause war wie immer die Havana Bar zu Jena, die Herberge der guten Laune, das Heim des guten Geschmacks, der netten Leute und hemmungslos, halbnackt tanzenden Weiber! Die Havana Bar ist quasi unser 2. zu Hause. Für manche ist es sogar das zu Hause! Also der Ort, wo man hinfährt, wenn man familiäre Wärme braucht... und natürlich was zu trinken. Oftmals haben wir die Gage des Abends dort schon wieder auf den Kopp gekloppt, bevor unsere Instrumente richtig kalt geworden sind...

Egal, wo wir am Abend gespielt haben, egal wie lange es ging, wie viel Gage es gab... ob es überhaupt Gage gab... Endstation Havana Bar...jedes Mal...! Und wenn wir noch so voll waren, die Hava eigentlich schon geschlossen hatte... wir fanden immer einen Weg, uns dort noch den Rest zu geben – so auch dieses Jahr.

Der große Unterschied zu den „normalen“ Tagen war halt nur, dass wir am 26.12. nicht erst um 4 oder 5 Uhr in der Hava eingeritten sind, sondern schon Nachmittag um 17 Uhr.

Natürlich gab es auch um diese Uhrzeit erst einmal ein Begrüßungsgetränk. Denn von nix kommt nix! Schönet Ding!

Da es draußen regnete und auch nicht sonderlich warm war, war der Bus innerhalb von einer Viertelstunde ausgeräumt. Da wurde nicht lange gequatscht oder große Raucherpausen eingelegt... nein... zackzack ging das... Ähnlich schnell hatte Basti dann auch sein Schlagzeug aufgebaut... also plusminus 2h... Ehrlich, was der wieder rumgedaddelt hat, ging auf keine Kuhhaut... Natürlich hat er es auch dieses Jahr geschafft, sein Schlagzeug wieder noch größer aufzubauen, als im letzten Jahr. Noch 5 Jahre und ich muss mich wahrscheinlich auf den Tresen stellen, um Gitarre spielen zu können! Das eigentliche Problem ist aber, dass Basti erst fertig sein muss mit aufbauen, bevor wir anderen anfangen können. Aber zum Glück sind wir anderen ja quasi wieselflinke Hochleistungsaufbauer. Und so gelang es uns, die verdendelte Zeit wieder aufzuholen.

Soundcheck gegen 19 Uhr und zack noch schnell ab nach Hause. Der geplante und offizielle Beginn war 21 Uhr. Von daher hatten wir nicht allzu viel Zeit für Essen und Baden... aber es reichte, um einigermaßen unter die Menschen treten zu können. Ich hab zur Feier des Tages Nudeln gekocht... Fussel hat zwar nix gesagt, aber mehr als drei hat er nicht runterbekommen.

Ich fand sie lecker! Fast so lecker wie das, was Fussel zum Abend so antrug. Ein Traum in Schleiflack! Conny, angeblich einer seiner besten Freunde, hat wohl davon gehört, dass mein Hase im letzten Jahr ein Damenkleid zum Weihnachtskonzert antrug. Dies bewog diesen „Freund“ wohl dazu, ihm neuerlich dazu zu überreden, das noch einmal zu tun. Wie jede Frau wollte Fussel das gleiche Kleid aber natürlich nicht 2x tragen... Und da er leider oder zum Glück nur eines im Schrank hängen hatte, dachte ich, das Thema war durch. Aber auf Kies gefurzt! Wo auch immer her... Conny zauberte einen Traum in schwarz aus dem Ärmel, in dem sich wahrscheinlich sogar Paris Hilton hätte reinpressen müssen. Wie Fussel da reingekommen ist, bleibt mir ein Rätsel. Genau wie die Frage, wie man den ganzen Abend in solchen Schuhen laufen kann. Außerdem würde mich diese Strumpfhose extrem nerven. Aber gut... jeder wie er will. Geschminkt hat er sich natürlich auch wie so 'ne Vorstadttunte. Aber chic war er! Danke Conny! Toller Freund!

Pünktlich um 21 Uhr betrat ich dann mit diesem Zentralhasen die Havana Bar. Die Reaktionen auf sein Outfit reichten von spontanen Lachkrämpfen über totales Unverständnis bis hin zu absolutem Entsetzen. Die meisten fanden es aber gut... besonders die Frauen... komisch.

Naja, die Havana Bar war schon gut gefüllt... also richtig gut... Wir wollten ja dieses Mal früh anfangen, weil einige am nächsten Tag schon wieder arbeiten mussten. Und das hat sich gelohnt. Es nervt manchmal, wenn die Leute erst gegen 23 Uhr eintreffen. Das war an diesem Tag anders. Also erst einmal schnell die Jacke aus und dann rein ins Getümmel - „Hallo“ sagen!

Das dauerte natürlich noch länger als sonst, weil wirklich alle schon da waren. Aber alle waren gut drauf. Schönet Ding!

Alle waren da und so konnten wir „pünktlich“ um 21:40 Uhr anfangen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!
Wir hatten uns für dieses Weihnachtskonzert 'ne Menge vorgenommen, viele neue Songs geprobt und waren dementsprechend aufgeregt. Das erste Highlight war schon einmal das Intro inklusive erster Song. Alles in allem hatten wir das Ganze genau 3 Minuten zum Soundcheck vorher gehört. Aber nun war es soweit und musste funktionieren. Zum Glück tat es das auch. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn du direkt beim ersten Song rumgurkst...

Der erste neue Song war „Let me entertain you“. Zugegebenermaßen nicht mehr ganz up to date, aber definitiv ein geiler Song. Und da wir alle anderen Nummer von Robbie Williams nicht mehr spielen... war der diesmal fällig... einer muss sein, da bin ich schwul genug!

Na gut... dann ging es Schlag auf Schlag... „Für Dich“, „Thron“ und „Immer wenn Du bei mir warst“... Jahre nicht mehr gespielt. Aber immer noch schön!
Dann wurde es dann irgendwann haarig... keine Weihnachtsmugge, ohne Weihnachtslied!Das erste aus dieser Kategorie war „Last christmas“ von „Wham“. Zugegebenermaßen schon im Original nicht grad ein Ohrenschmaus, aber immer noch besser als „Heilige Nacht“! Ich mag diesen Song nicht leiden, aber was bleibt...? Mick ist auf Knien gerutscht, hat extra das Rauchen aufgehört und mir verdammt viel Geld geboten... also hab ich’s gespielt. Zum Glück fanden es die meisten Gäste ganz witzig! Dann kam auch schon der nächste Kracher. „So lonely“ von “Police”. Aber der ging wenigstens ab wie 'ne Fuhre Mist! Jawohl, so muss datt Kesseln! Dann noch die Hymne aller Gitarristen „Sweet child or mine“ und noch watt für mich „Beautiful day“ und fertig war die erste Runde...

Bis hier hin ging es doch ganz gut! Die Hütte war voll und um kurz vor halb Elf schon richtig geile Stimmung! Besser konnte es nicht laufen... meine Weinschorle schmeckte auch vorzüglich und brauchte keine Minute von der Bestellung bis zum Erhalt, serviert mit einem Lächeln und alles ist schön! Das ist Weihnachten!
Die wirklich sehr kurze Pause reichte gerade mal zum Pipi machen, Hände waschen und noch 2-3x Hallo sagen und schon ging es weiter. Es war jetzt schon derartig eng, dass das Basti hinterm Schlagzeug sitzen bleiben musste, weil er es definitiv nicht geschafft hätte, seinen wohlgeformten Astralkörper in die wenigen, sich bietenden freien Räumen zu manövrieren. Und warm war es... ohne Worte!

Gut, die 2. Runde fing auch wieder mit einem Song an, der schon lange nicht mehr im Programm war, aber dennoch immer ein Highlight war. „Lightning crashes“ von “Live”. Ein Hammersong! Er besteht zwar nur aus drei Akkorden. Aber wenn man die zu Beginn nicht weiß, dann wird’s schwer... aber Ralphi fuxte sich da schnell rein und ab ging die Fuhre!
Dann kam „Ich hätt’ nichts dagegen” und der zweite Weihnachtssong. Das war dann endlich mal einer, den ich auch gut fand, richtig gut fand...“Do they know it`s christmas time“ von „Band Aid“. Kennt jeder, singt jeder und überhaupt... geil! Viele Stimmen, viele verschiedene Gesangslinien und wir haben ihn in einer richtig fetten Gitarrenvariante gespielt. Und die ging voll auf die Omme... Sauerei!

Diesen Schwung, den die Leute und wir jetzt hatten, nutzten wir natürlich aus... „Leg deine Hand“, „Semesteranfang“, „Lass die Sonne rein“ und „Trouble“. Alles rotzte so geil aus den Verstärkern, dass ich 'ne Gänsehaut bekam. In „Trouble“ hatten wir so einen „Wild thing“ Zwischenteil eingebaut... eigentlich ziemlich haarig, insbesondere der Reggae-Teil... aber geil! Da passte alles!

Wie bei jedem Weihnachtsfest gab es natürlich auch bei uns Geschenke.
Weil wir ja Rockstars sind, haben wir natürlich keine Wünsche! Wir haben alles und Kohle satt! Ganz im Gegensatz zu unseren zu Recht unterbezahlten Technikern... Aber das sind im Prinzip ganz gute Menschen und zudem noch sau wichtig! Ohne die geht nix. Sie hatten sich also ein kleines Präsent verdient. Gage kriegen sie nicht und wenn sie so viel Glück im Spiel haben wie Henne, können sie sich noch nicht einmal kostenlos betrinken, weil sie immer fahren müssen! Aber ich bin nicht schadenfroh...! Nein! Dankbar! So dankbar, dass ich mir Fussel und Henne auf die Bühne holte. Die sahen beide aus wie Pat und Patterchen... Henne im soliden schwarzen Hemd und Fussel in seinem schwarzen Tuntenfummel... geil! Das gab schon mal den ersten Applaus! Als Fussel und Henne sich dann auch noch obenrum frei gemacht haben und ihre prächtigen Körper der Weltöffentlichkeit vorstellten, war die ohnehin schon tobende Menge kurz vorm Ausrasten!
Innerhalb von wenigen Sekunden wurden die Familienplanungen ehemals glücklicher und hoffnungsvoller Paare über den Haufen geworfen. Junge Frauen trennten sich spontan von ihren langjährigen Lebenspartnern und boten ihre nur spärlich bekleideten Körper dem vorehelichen Stelldichein feil... tragische Szenen spielten sich vor den Augen fassungsloser Exfreunde ab. Ich konnte es nicht länger ertragen und zwang mit Hilfe einer Notlüge, Fussel und Henne würden heute mal Gage kriegen würden, die beiden dazu, ihre Körper wieder anzukleiden. Sie taten es zum Glück dann auch mehr oder weiniger freiwillig. Gut... nach diesem kleinen Exkurs in die entartete Sexualität unserer paarungswilligen Bandschlampen war es nun wieder Zeit für Musik...
“Where the streets have no name“ rüttelte uns aus der kleinen Pause... besser konnte es nicht kommen! Eine Nummer, die noch nicht lange im Programm ist, aber schon seit der allerersten Probe derartig geil und emotional war, dass sie definitiv zu einer meiner Lieblingsnummern mutierte! Und wo wir schon einmal bei Emotionen waren schoben wir gleich noch „Every breath you take“ hinterher. Ich glaube, jeder von uns hat schon mal zu dieser Nummer dem vorehelichen Geschlechtsverkehr gefröhnt oder sich zumindest selbst befummelt... schön lang und ausgiebig! Weil die Nummer ist ca. 7 Minuten lang! Schööönet Ding!
Aber es geht noch schlimmer... also emotionaler und noch mehr ans Herz...! Zinoba - „Im Grunde“ Wer diesen Song schon mal gehört hat, weiß genau, worum es geht. Die einzig wahre Wahrheit über die große Liebe... sie zerreißt Dir das Herz, aber Du kannst sie niemals loslassen... niemals! Jetzt fehlte nur noch „Alles was Du willst“! Gefühle sind das Brot des Lebens... aber manchmal würde man lieber verhungern!
Ich war heilfroh, als Henne dann wieder auf die Bühne kam.
Meine Jungs hatten sich in ihrer knapp bemessenen Freizeit gedacht, wir spielen mal 'nen Song, den unser Hendrik schon zu „Laubfroschzeiten“ zelebriert hat... “Hymn“ von hast Du nicht gesehen Harvest und so weiter... keine Ahnung, wie die Typen hießen oder war es nur einer... egal. Gehört hab ich das Lied schon tausendmal und es passte zu Henne wie der Arsch auf den sprichwörtlichen Eimer! Eine schöne Mitsingnummer!
Und wo Henne schon grad mal da war... rotzten wir gleich noch „Glory days“ und „Pflaumenprinz“ hinterher... schöner, erdiger Rock´n Roll! Das Leben kann so einfach sein!

Jetzt noch „Star“ und fertig! Ich war am Schwitzen wie ein Puma nach 'ner Zebrajagd. Pause!!!

Ich kann nicht mehr! Vor allem hatten wir uns voll in der Zeit vertan... Es war mittlerweile schon weit nach 0 Uhr und wir hatten noch zwei Sets... Egal, ich musste dringend Pipi und diesmal konnte ich es Basti nicht verbieten. Der war voll bis zum Hals... Das hieß, dass wir locker 'ne Viertelstunde Zeit hatten, bis der Dicke seinen Kessel entleert hatte. Das war an diesem Abend nicht sonderlich viel, weil die meiste Zeit dabei drauf ging, sich an verdammt gutaussehenden, jungen, tanz- und paarungswilligen Frauen vorbeizupressen... da verweilt man schon mal 'ne Sekunde länger als eigentlich notwendig... oder gar zwei?! ... auf jeden Fall wars schön!

Die dritte Runde begann dann mit „Viel zu sehr“. Auch 'ne Nummer, die wir lange nicht mehr gespielt hatten, die aber immer noch funzte wie die Sau! Genauso wie „Amerika“...
Dann kamen wir quasi zum „Evergreen“ der DINa4-Geschichte... der Song, mit dem alles irgendwie angefangen hat. „Königin“... ich hab schon oft drüber nachgedacht, diesen Song aus dem Programm zu streichen. Aber irgendwie krieg ich es nicht übers Herz. Die Nummer hat nichts an ihrer Aktualität verloren und geht mit immer noch verdammt nah... Schon wenn Mick mit seinem Intro zu „Königin“ anfängt, könnt ich auf der Stelle losheulen. Aber man machts ja nicht. In der Hava ist es immer irgendwie schön. Man kennt die meisten und vielen kennen einen selbst. Das ist manchmal gut, manchmal aber auch nicht. Schließlich erzählt man in manchen Songs ziemlich viel über sich selbst und macht sich dadurch ziemlich verletzlich. Ich weiß nicht, ob die Leute das merken... Auf jeden Fall helfen sie mir aus beschissenen Situationen, in denen ich mich eigentlich lieber in meinen trübseligen Emotionen verfangen möchte... Es klingt verdammt gut, wenn Dir Menschen gegenüberstehen, die voller Inbrunst Deinen Song singen, an dem Dir so verdammt viel liegt. Ich glaub, ich werde erst in ein paar Jahren verstehen, wie unglaublich das eigentlich ist! Danke!!!
Mit „Er fliegt fort“ kam dann natürlich auch noch eine Nummer, die genau in diese klaffende Wunde passte... Jetzt wurde es aber auch Zeit für Veränderung – DINa4 „unplugged“
Wir, in dem Fall jetzt Mick und ich, wir ließen uns erst einmal 2 Barhocker von den Damen aus Reihe 10 (Danke nochmal!) geben und nahmen dann unsere schon fast verstaubten Akustikgitarren aus dem Keller und machten das, was bei DINa4 mal Tradition war... ein kleines Akustik Set.
Ein Weihnachtskonzert wäre kein Weihnachtskonzert, wenn man nicht Dinge machen oder spielen würde, die man zu keinem anderen Konzert macht...
„Rot“, „Wenn ich an Dich denke“ und „Sunday bloody sunday“ wurden akustisch zelebriert. Und es war endgeil! Das waren alles Songs, die wir eigentlich nie, wirklich nie (!!!) spielen und dann noch akustisch, quasi auf die elementarsten Sachen reduziert... Das hat irren Spaß gemacht! Und ich glaube, den Leuten hat es auch gefallen. Zumindest schienen sie sehr angetan! Zumindest sang ein Großteil der tobenden Meute die Textzeilen der scheinbar „unbekannten“ Songs mit. Das war nicht nur endgeil, sondern auch wirklich überraschend! Das hatte sich doch gelohnt!
Michi und ich gaben, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, dann erst einmal unsere Sitzgelegenheiten wieder ab und versuchten uns auf der engen Bühne irgendwie wieder geschmeidig und elegant unserer Akustikgitarren zu entledigen.

Die Zeit der allgemeinen Umbauarbeiten überbrückte Basti schon mal mit einem kleinen aber feinen Schlagzeugsolo, welches wahre Musikkenner sofort als Intro von „Sympathy for the Devil“ erkannten. Das kannten jetzt wieder alle und gaben das auch lautstark zum Besten... „huhu... huhu... huhu... huhu...“

Ab jetzt ging es nur noch Schlag auf Schlag, direkt auf die Ommer und ab durch die Mitte... “Klopf, klopf“, „Denkmal“, „Kompliment“ und „Bascet case“... es ging nur nach vorne!

Auch mein Fussel konnte seine zuckenden Glieder natürlich irgendwann nicht mehr bändigen und sprang elegant wie ein schwangerer Pottwal auf den Tresen. Das war seine Zeit... Diese elend geile Sau im viel zu engen Konfirmationskleid seines Scheinfreundes... muskulöse, behaarte... stark behaarte Männerkeulen von leicht durchsichtigen, schwarzen Nylonstrumpfhosen umhüllt... ich sag es Euch – ein Traum! So 'ne satte Mischung aus Brad Pitt, Chita, Uschi Glas und Anna Nicole Smith, eben nur ohne Brüste... aber scharf!!!
Wir haben auf jeden Fall alles gegeben in dieser Runde. Ich war am Triefen wie die Sau und fertig wie Latsch! Ehrlich, ich bin zu alt für diese Scheiße! Dieses ewige Springen und tanzen und sich die Seele aus dem Leib spielen... ist der Tod für mich... aber dennoch ENDGEIL!!! Zum Schluss der 3. Runde noch schnell „Dont you“ zum mitsingen und noch einmal singen und noch einmal singen... und Pause!
Die Runde war extrem lang. Ich hatte ca. 8 Weinschorlen in mich gekübelt und mich quasi von innen konserviert. Das drückte ordentlich auf die Schläuche. Nur hatte sich die Menschendichte in der Havana Bar noch lange nicht gelichtet. Im Gegenteil!

Irgendwann, so Mitte der 3. Runde hatte unser gut- und breitschultrig gebautes Sicherheitspersonal vorne die Schotte dicht gemacht, weil es einfach zu voll geworden war. In der Hava war ein Umfallen quasi nicht mehr möglich. Es war nicht wirklich schön, aber besser als leer. Aber mehr gingen jetzt auch nicht mehr rein. Ohne Stempel oder richtiges T-Shirt war die Endstation dann schon die Eingangstür. Das hatten wir definitiv noch nie! Aber es zeigt, das es doch noch Menschen gibt, die über einen Musikgeschmack verfügen. Das macht doch Mut in einer Zeit, wo jede durchgeknallte, schwule Fischbüchse meint, er müsste singen und das auch noch im Fernsehen... Da fällt mir nix zu ein! Aber sie bekommen alle ihre gerechte Strafe! Der Kübelböck hat den Angriff der Killergurken überlebt und muss nun für den Rest seines Lebens mit seinem entartetem „Ich“ klarkommen... Ehrlich, dann lieber tot! Und Alexander, dieser singende Darmverschluss, dieser ölige Sohn von Costa Cordalis und Patrick Lindner... uuuaaahhhaaaa.... !!! Gut, dass sie den jetzt auch wieder eingefangen haben!
Egal, es war mittlerweile schon wieder 2 Uhr geworden und wir hatten ja noch eine Runde im Gepäck! Mittlerweile war es sowieso egal... bis hier hin war der Abend gut gelaufen, da wurde der Rest dann noch ein Kinderspiel! Gesagt, getan!

Mit „Wunderbare Jahre“ ging es los... ohne Worte! Dann schon quasi der Höhepunkt „Pride“ oder auch „In the name of love“... meine persönliche Hymne neben „Still havn´t found“... einfach nur der Hammer diese Nummer! So muss das sein!
Der Abend hatte einfach alles. Und gerade jetzt zum Schluss konnte man es noch mal richtig rauslassen! „Rebell Yell“, „Can’t Stop“, „Every you and every me“, „Für immer“ und „Brown sugar”, alles ging total in die Birne und setzte den Köper unter Wechselstrom. Wer da ruhig stehen bleiben konnte, der hatte entweder Blei in den Füßen oder am nächsten Morgen ein Date mit Schmierlappalexander...

Wir wollten ja eigentlich schon lange fertig sein. Schließlich war es Montagmorgen und viele mussten gleich aufstehen und arbeiten. Aber irgendwie wollte der Laden nicht leer werden. Ob es daran lag, dass Ralph Peter mit zunehmender Spieldauer immer mehr Glück hatte bei seiner Basstonlotterie oder daran, dass wir anderen drei auch gar nicht so schlecht waren... man weiß es nicht. Vielleicht steht es mal in irgendeiner Biographie eines anwesenden Gastes... vielleicht. Ich denke aber, dass der Abend einfach rund war!

Jetzt kamen zum Schluss noch „Ohne Dich“, „Hilf mir“, „Vielleicht“ und „Lass uns leben“. Und natürlich habe ich es mir auch an diesem Tag nicht nehmen lassen, meine Helfershelfer auf dem Weg zum Rockolymp vorzustellen! So kam jeder noch einmal zu seinem wohlverdienten Applaus. Sie haben es sich auch redlich verdient! Respekt Jungs! Um kurz nach halb Vier dann noch die altbekannte Mitsingstelle und ich wusste, es war ein gelungener Abend! Die Zugaben bekomm ich gar nicht mehr so genau hin... ist aber auch egal!

Wir saßen dann noch locker bis 7:30 Uhr morgens und diskutierten, im mehr oder weniger klaren Kopf, über Gott und die Welt und wie man den Kübelböck am besten beseitigen könne. Die Instrumente wurden notdürftig verstaut und erst am nächsten Nachmittag mit noch schwererem Schädel wieder in den Proberaum gefahren... Es bleibt alles beim Alten...

Havana Bar... da geht nix drüber! Oder wie wir zu sagen pflegen... Hava ist Hava ist Hava... ohne Worte!!! derMax