24.06.04 Naumburg – Kirschfest
Kirschfest 2004...was soll man dazu noch sagen?! Ich hab mir grad mal die Tagebucheinträge vom vergangenen Jahr durchgelesen und musste feststellen, dass ich alle Superlative schon damals verwendet hab.
Es tut mir ja auch schrecklich leid, aber das Kirschfest in Naumburg war geil, ist geil und wird verdammt noch mal immer geil bleiben!!! Ehrlich, das ist so was wie die 5.Jahreszeit in Naumburg und Umgebung. Da nehmen sich Menschen sogar tagelang Urlaub für...unglaublich. Kurze Beschreibung noch mal für alle, die es nicht kennen...großer Parkplatz, drauf ca. 10 große Zelte, darin ein Haufen gute Live-Musik, genährt von einer Irrschar von gutgelaunten, partysüchtigen Menschen. Dazu ein bissl Riesenrad, Karussell, Bierbuden und Toiletten auf denen man noch anstehen darf, um dann dichtgedrängt dem soeben eingefüllten Bier wieder die Freiheit zu schenken...fertig!
Der Donnerstag ist der 1.Tag des Kirschfestes und erfahrungsgemäß ein sehr guter Tag. Wir waren also guter Dinge...
Einräumen und Abfahrt in Jena war gegen 16 Uhr. Platzschluss in Naumburg ist 18 Uhr. Das heißt, dass bis dahin alle Fahrzeuge vom Platz sein müssen. Wir hätten es auch locker geschafft. Aber meine Jungs können ja an keinem Tankstellenpächter vorbei, ohne ihm direkt 10 Euro für Rausch- und Genussmittel in den Hals zu stecken. Die ersten 2 Tankstellen hab ich noch gekonnt ignoriert und meine Mitfahrer abgelenkt und in ein Gespräch verwickelt aber kurz vor Naumburg haben sie mich dann doch noch in die freie Tanke gelotst. Zeitverlust ca. 30 Minuten. Ich hätte es wissen müssen! Naja, ein bissl Verlust ist immer und so kamen wir gegen 17:45 Uhr, bei ca. 50°C im Schatten, auf dem Kirschfest an. Der lustige Mann im roten T-Shirt wollte uns erst gar nicht aufs Gelände lassen. Aber Basti hat mit seinem Engelsblick noch mal 10 Minuten für uns rausgeholt. Also quer durch die Menschenmassen und direkt vorm Zelt geparkt. Wie jedes Jahr spielen wir am Kirschfestdonnerstag im Zelt des Fussballvereins „05“.
Hier kennt man uns – hier fühlen wir uns wohl. Nur nette Menschen.
In windeseile wurden dann Bus und Hänger leer gemacht und die Anlage erst mal wild im Zelt verteilt. Da war so viel durcheinander, dass ich erst mal nix tun konnte... Also sagte ich erst mal lieb „Guten Tag“ überall, schnupperte in alle Zelte mal kurz rein und guckte, wie die anderen so gucken. Die meisten anderen Bands waren schon fertig mit Aufbau, manche sogar schon mit Soundcheck! Schisser, Angsthasen oder einfach nur fleißige Burschen...!?
Egal, wichtig war, dass keine Band besser aussah als wir! Heul! Naja, auch egal...! Aber dass meine Jungs dann alle noch barbarisch nach Knoblauch stanken, als ich wieder ins Zelt kam, das war gemein! Die hatten sich nach ihrer Aufbauaktion so ganz lecker überbackene Fladenbrote gegönnt. Von dem Geruch konnten sie noch das ganze Wochenende zehren – ekelhaft. Aber zumindest hatten sie während meiner Abwesenheit schon mal mein Zeugs aufgebaut...fleißige Lieschen! Der Soundcheck mit den fleißigen Knoblauchboys gestaltete sich dann ein wenig schwierig. Irgendemand funkte auf meinem Gitarrensignal fremd. Das hörte sich dann an wir Radio Jerewan. Aber ich war zu faul, um jetzt rumzugehen und zu fragen, wer auf „meiner!“ Frequenz funkt. Also umgestellt auf Kabelbetrieb. Ich glaube, wir waren mal wieder ein wenig laut...nein, nicht wirklich aber naja, nach der Beschwerde vom Chef Ulli haben wir so getan, als würden wir leiser machen. Ha!
Nach dem Soundcheck wollte ich mich jetzt mal um mein leibliches Wohl kümmern. Denn schließlich muss dieser massige Körper versorgt werden! Auf der Futtersuche begegnete ich natürlich wieder 1000 Menschen, die man sonst nur vereinzelt trifft. Hier in Naumburg sieht man sie alle. Dazu kommt noch, dass ich ja bekanntermaßen in Naumburg das Licht der Welt erblickte und dort meine glückliche Kindheit verbringen durfte. Von daher kenn ich dort noch ne ganze Menge Leute. Kurzum, ich kam nicht zum Essen. Aber der Kunde ist König und so stellte ich mich dann hungrigen Magens auf die Bühne. Unser Zelt war schon schön gefüllt, was nicht zuletzt daran lag, dass meine Mama ihre verdammt gutaussehenden Freundinnen um sich geschart hatte. Und wenn Mama da ist bin ich doch immer so aufgeregt...Egal, die erste Runde bestand zum Großteil aus eigenen Songs. In Naumburg kann man so was bringen. Da ist man offen für so was... Es war ein bisschen wie zu Hause spielen. Ein Haufen bekannte Gesichter, Menschen, die unsere Lieder mitsingen konnten und irgendwie eine sehr gemütliche Atmosphäre...
Die erste Runde war noch ziemlich ruhig. Viele Leute schauten kurz rein, blieben 10 Minuten und gingen dann weiter zum nächsten Zelt – man will sich ja auch erst mal einen Überblick verschaffen...Pause!
…same procedure as every year… Der “kurze” Pausenrundgang über das Fest wurde dann doch zu einer ausgedehnten Kommunikationstour...herrlich!
Ich liebe das! Alle Leute dort waren gut drauf, tranken, aßen, tanzten...einfach nur geil!
Ab der 2.Runde, quasi mit Einbruch der Dunkelheit, wurde aus dem Konzert eine zünftige Party. Ich weiß jetzt nicht, ob die Leute erst gewartet haben, bis die Dunkelheit Ralphis überschaubare Schönheit bedeckt hat oder ob es einfach nur am Alkoholkonsum gelegen hat. War mir auch egal, Hauptsache Party! Ich hatte mich dummerweise zum Fahren bereit erklärt und so verbrachte ich den Abend bei 2 Radlern und ganz viel Cola. Aber ehrlich, es war mir sooooo egal. Es war dennoch geil! Meine lustigen Mitmusikanten haben lange versucht, dem süffigen Naß die Stirn zu bieten, boten dann aber nach 5 Minuten Abstinenz dann doch die Kehle an und schlugen ordentlich zu. Die Damen und Herren des „05er-Zeltes“ hätten sich an uns wahrscheinlich ne goldene Nase verdient. Zum Glück ging es auf lau...!
Der Rest der Party ist schnell erzählt...halbnackte, schwitzende, weil tanzende Frauenkörper, die sich in rhythmischen Bewegungen der Musik hingaben...geil!
Und das war erst der Donnerstag...schönet Ding!