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26. Juni 2003 Naumburg - Kirschfest/Zelt No.5

Zum Kirschfest in Naumburg zu spielen ist für mich immer ein Hauptgewinn! Nicht nur das ich eh schon gerne in Naumburg spiele, weil die Menschen da einfach anders sind. Nein! Zum Kirschfest tummelt sich einfach alles, was feiern will auf engstem Raum! Genial! Ein ideales Tummelbecken für Taugenichtse wie uns! Herrlich! Kurz zur Erklärung für alle, die da noch nicht waren. Festplatz (3 Fußballfelder groß), ca. 15 Festzelte in U-Form und in jedem Zelt spielt 'ne andere Band. Von Volksmusik bis Dark... Für jeden was dabei... Dazwischen sind jede Menge Bierstände und Würstchenbuden ... herrlich!

Also ... gegen Nachmittag gings los im Proberaum. Bei brütender Hitze war ich schon nach dem Einräumen 1x durchgeschwitzt und komplett im Arsch! Aber Naumburg-Kirschfest, das ist ... ach das hab ich ja oben schon geschrieben ... es ist aber auch geil! Um genau 16:45 Uhr sind wir auf dem Festgelände angekommen. Die furchteinflößenden Männer vom Sicherheitsdienst meinten noch lustig, dass wir in 15 Minuten mit dem Auto vom Platz wieder runter sein müssten. Da hab ich noch gelacht. War ja auch lustig. Aber am Zelt angekommen machte uns auch so ein hibbeliger Platzwart darauf aufmerksam, dass ab 17 Uhr keine Autos mehr auf dem Festplatz stehen dürften. Ich glaube, der hat mir das 10x innerhalb von 2 Minuten gesagt und stand dabei immer (!), aber auch immer im Weg! Der kann froh sein, dass Basti seinen guten Tag gehabt hat, sonst hätte er ihn weggeatmet – diesen Wicht! Aber ... innerhalb von 10 Minuten waren Bus und Hänger leer und das Auto vom Platz. Danke nochmal an die tatkräftigen Männer vom 05-er-Zelt! Da haben wir nämlich gespielt. Im Zelt sah es jetzt natürlich katastrophal aus. Wir hatten ja alles nur raus- und reingeschmissen. Alles lag verkreuz und verquer, aber Henne und Ralph sortierten erstmal alles. Ich blick da eh nicht durch und hab mir das ganze darum auch nur angesehen – bei 'nem Pils!

Da man auf dem Festgelände nicht Fußball spielen konnte und sich mit mir auch keiner im Skat messen wollte, dachte ich mir, ich stimm schon mal meine Klampfen (Fachbegriff für Gitarren). Gut, dass ich das so früh am Abend schon gemacht habe, denn beim Auspacken meines schwarzen Babys hat mich fast der Schlag getroffen. Die kompletten Tonabnehmer waren in den Korpus gedrückt. Ein Fall für McGyver. Dafür ist unser alter Mann ja gut – Ralph Peter! Das kompensiert zwar nicht ganz seine komische Visage, aber na ja... Die Klampfe war auf jeden Fall wieder heile!
Mitten in meine zufriedene Idylle knallten dann draußen auf dem Festplatz irgendwelche Halbgewalkten mit großen Kanonen um sich. Das ist wohl so Brauch bei der Eröffnungsfeier... is klar... Dann wurde jedes Zelt einzeln eingeweiht und eröffnet, mit Bürgermeistern und dem Rest der Anzugfraktion. Dann ging es dann endlich zum Soundcheck. Henne war alles natürlich viel zu laut! Das machte aber auch Sinn, weil ja direkt nebenan wieder 'ne andere Band gespielt hat und wir wollten ja nicht lärmen.

Auf jeden Fall ging es pünktlich um 20 Uhr los. Der Festplatz war schon sehr gut gefüllt, die Leute schauten immer mal rein in unser Zelt, blieben ein paar Minuten und gingen dann weiter ins nächste. Nach einer Viertelstunde blieben aber immer mehr Menschen stehen und sitzen und ruck zuck war es voll! Und was dann abgeht... wenn ein Zelt einmal voll ist... dafür gibt es keine Worte! Unglaublich! Irre! Jeder Song war einfach nur geil! Wir haben geschwitzt wie die Schweine. Aber die Leute hätten uns eh nicht gehen lassen... Nur mit Mühe konnten wir uns 10 Minuten Pause ergattern, um kurz Luft zu holen. Aber da trifft man dann immer so viele Menschen, die man kennt... oh man... einfach herrlich! Also weiter im Programm und weiter im Stoff! Das muss man sich mal vorstellen... Donnerstag und die Hütte ist voll! Als die Tanzfläche dann voll war, wurde dann einfach auf den Tischen weitergetanzt – das ist meine Welt! Weil wir 1 Uhr definitiv Schluss machen mussten, haben wir gegen halb Eins schon angefangen, Zugaben zu spielen. Der Zeltchef sprang schon im Dreieck, weil er Angst hatte, wir würden überziehen. Aber die Leute wollten einfach nicht aufhören... Und wir wollten ja auch nicht aufhören... aber so ist das nun mal...! Pünktlich um 1 Uhr war Sense "die Töne sind verklungen" und wir waren glücklich! Ein Wahnsinnsauftritt!!!

derMax