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21. Juni 2003 Naumburg - Bulabana/Sommerfest

...der erste richtige Auftritt nach unserer Ostseetour und dann in Naumburg... was sollte da schief gehen?!
Das Wetter hatte sich seitdem nicht groß geändert. Und so kamen wir schweißgebadet gegen 17:30 Uhr in Naumburg an. Entgegen den vorherigen Malen, wo wir quasi in der Eingangshalle gespielt hatten, stand dieses Mal ein Festzelt im Freigelände des bulabana. Schönet Ding, weil in dem Glaskasten im Eingang klingt jeder Ton anders...

Also die Bierwagen und Sonnenschirme ruck zuck an die Seite gestellt und aufgebaut. Das ging auch ganz schön fix, weil Fussel zwei Freunde mitgebracht hatte, die für ein frisch gezapftes Pils wahrscheinlich alles gemacht hätten. So mussten sie nur ausräumen... "Zu viele Köche verderben den Brei" hab ich mir gedacht und mir die ganze Zeremonie aus der Entfernung betrachtet. Immer so weit weg, dass ich sie nicht unbedingt hören musste, wenn sie mich gerufen hätten. Und...? Es hat geklappt! Insgesamt habe ich 2 Gitarren getragen und nicht zu vergessen: Die Verantwortung!
Irgendwann wurde das dann aber auch langweilig und so habe ich mich vorsichtig rangepirscht und Mick in einem günstigen Moment zur Seite gezogen und ihn von der sportlichen Betätigung mit einem Fussball überzeugt! Ha! Das haben die anderen Pfeifen dann natürlich sofort spitz bekommen, aber leider waren sie schon fast fertig mit ausräumen und wir schon weg. Zu uns gesellten sich dann noch Henne und irgend so ein Kölner Fußballamateur... Warum die damals abgestiegen sind, ist mir heute auch klar! Dass er sich nicht das Bein gebrochen hat... es blieb bei Schnittwunden. Aber der zähe Hund wollte weiterspielen – Respekt!

Na ja, nach 'ner halben Stunde Fußballakrobatik hörten wir dann Basti am Schlagzeug Soundcheck machen. Das ist für uns immer das Zeichen, jetzt langsam mal unsere Gitarrenamps zu verkabeln. Also rein ins Zelt.
Und... Lob an meine Jungs... da haben sie schön aufgebaut! Ich hätte das nie so gut hinbekommen...(irgendetwas Positives muss ich ja jetzt schreiben, sonst schlepp ich demnächst wieder mit!!)
Soundcheck war schnell gemacht und so konnten wir uns dann endlich von den hübschen Ladies am Bierwagen verwöhnen lassen... Locker bleiben Ronald – es gab nur Bier!!! Und das war lecker! Sommer, Sonne, Freibad, schöne Frauen und ein frisch gezapftes Bier... YES!!!

Nach der einen oder anderen Bratwurst und dem einen oder anderen Bier füllte es sich dann langsam und so haben wir dann gegen 22 Uhr angefangen zu spielen. Begonnen wurde wie immer - mit dem Frankfurt-Intro. So langsam hatten wir Spaß daran gefunden und spielten es auch immer besser.

Ich habe mir an dem Tag mal erlaubt, die Rundengestaltung etwas spontaner zu gestalten. D.h., ich habe einfach alles umgestellt und meinen Jungs erst am Ende eines Songs jeweils den neuen verraten... hach war datt schön...! Also im Normalfall halte ich mich ganz, ganz streng an unseren Ablaufplan!!!
Ach komm, das glaubt mir heut eh keiner mehr! Nein, an dieser Stelle soll wirklich mal Zeit für ein kleines Kompliment an Mick, Basti und den alten Mann sein. Es gibt 'nen Ablaufplan, den gibt es schon immer... nur halte ich mich nie dran. Ich schmeiß immer alles um, kurz vorm nächsten Lied... einfach, weil mir danach ist! Und manchmal vergess' ich eben, den Jungs rechtzeitig bescheid zu sagen. Dann sind sie immer gezwungen, sehr, sehr schnell zu reagieren. Und das sensationelle daran ist, dass es immer funktioniert! Ausser vielleicht bei Ralph Peter Jürgen. Da hab ich schon manchmal das Gefühl gehabt, dass der sich eiskalt an den Ablaufplan hält und einfach 'nen anderen Song spielt – bis zum Ende! Aber das würde er nie zugeben!

Na ja, genug der Bauchpinselei... gegen 1 Uhr war das Zelt dann gut gefüllt und die Stimmung auf dem Siedepunkt. Da meinte dann doch der Ulli – seines Zeichens Chef vom Ganzen – dass die Spaßbremsen in Uniform da gewesen wären und uns zum sofortigen Abbruch genötigt hätten. Anwohner hätten sich wohl wegen der Lautstärke beschwert!
Bitte? Zu laut! Wir? Im Leben nicht! Aber es half nix, wir mussten Schluss machen. Das Problem war nur, dass das Publikum da ganz anderer Meinung war. Die wollten uns nicht runterlassen und so haben wir knochenhart einfach noch 'ne halbe Stunde mit der Akkustikklampfe drangehangen und alle waren zufrieden.

Alles in allem 'ne sehr gelungene Veranstaltung, die erste im bulabana, wo nichts hätte besser laufen können... obwohl 10 Blondinen mehr, hätte ich auch noch verkraftet – aber egal!
Fussels fleißige Helfer wollten sich dann noch mit unlauteren Mitteln vorm Abbau drücken, indem sie im Vollsuff und in kompletter Montur ins Becken sprangen. Aber da kenn ich nix! Wer arbeitet, der friert nicht! So! Ach ja... Gegen 5 Uhr fuhren wir dann los aus Naumburg. Die Mädels vom Bierwagen mussten ganz schön tapfer sein... Danke dafür und ... Schönet Ding! derMax