14. Juni 2003 Wismar – Hafenfest/Segelregatta
Nach genau 3h Schlaf riss mich mein Wecker aus dem Tiefschlaf! Mir war so, als hätte mich jemand mit dem Hammer geweckt und mir vorher die Augenlieder mit Sekundenkleber zugekittet. Boah, watt ging et mir scheiße! Mindestens eine Whisky-Cola war zu viel!
Egal, wir mussten ja raus, denn pünktlich um 10 Uhr sollte unser Segelschiff ablegen. Das war nämlich das 2. Highlight in Wismar – die Segelregatta auf der Ostsee! Also los... im Hotel gab es das schnellste Frühstück der ganzen Tour – genau 10:21 Minuten für 2 Brötchen, ein Ei und einen Kaffee. Und um 10.15 Uhr waren wir dann am Segelschiff. Dort hat man schon auf uns gewartet und auch direkt abgelegt, als wir drauf waren. Nach ca. einer Stunde hatten wir dann tatsächlich Vertrauen zu dem Schiff aufgebaut und bewegten uns freihändig zum Büfett. Mit uns auf dem Schiff waren da noch so ca. 50 Leute. Für die packten wir dann die akustischen Gitarren aus und spielten frei auf! Wir, das waren Mick, meine Wenigkeit und Basti. Und der hat alles gegeben! Eigentlich war das so gedacht, dass wir mittig oben auf dem Deck sitzen und die Leute ein wenig berieseln. Aber Basti legte ein Solo nach dem anderen hin, tanzte und sprang wie ein junger Gott! Das hat die Stimmung ziemlich schnell gelockert. Und so haben wir dann ein Ding nach dem anderen gespielt. Wir packten dann auch noch steinalte Songs aus, die wir schon Jahre nicht mehr gespielt hatten. Aber irgendwie lief alles wie am Schnürchen. Und wo einer mal nicht mehr weiter wusste, wurde halt improvisiert... sehr lustig!
Und als Basti und Mick dann noch "Josie" von Peter Maffay zum Besten gaben, gab es auch für mich kein halten mehr. Bei unserem mehrstimmigen Gesang hätten sich selbst dem schwerhörigsten Zeitgenossen die Fußnägel noch oben verbogen – aber schön war's...
Gegen Mittag legten wir dann eine kurze Pause ein, tranken etwas und hauten uns die leckersten Fischbrötchen jenseits der "Nordsee" rein. Eigentlich sollte die Regatta nur 3-4h gehen. Aber bei dem schwachen Wind waren nach 4h grad mal an der Wendemarke. Und als Basti, Ralph und Fussel dann noch kurzfristig das Ruder übernahmen, war mir klar, dass dieser Tag noch sehr lange dauern würde... Na gut, weil uns die Zeit dann wirklich zu lang war, haben wir für die Damen des Schiffes halt noch einmal in die Saiten gegriffen und noch tiefer in der Kiste der musikalischen Schätze gegraben... Irgendwann, kurz vor Sonnenuntergang, war dann wieder Land in Sicht. Ich glaube, es war so gegen 18 Uhr. Also erst einmal runter vom Schiff und rauf auf ein richtiges Klo. Klar gab es auf dem Schiff auch eins. Aber der Kapitän hatte uns 'ne halbe Stunde darüber belehrt, wie man damit umgehen soll. Und danach konnte ich einfach nicht entspannt... nee, ging nicht! Dafür ging es dann...? Oh, oh... ich werde niveaulos! Egal – Rockstars dürfen das. Auf jeden Fall hat unser Schiff dann wohl den letzten Platz belegt. Was nach Aussage unseres Kapitäns wohl hauptsächlich an der äußerst dürftigen Vorstellung unserer Hilfsmatrosen Basti, Ralph und Fussel gelegen hat. Aber Schwamm drüber! Pfeifen!
An Land ging es erst einmal ins Bett. Wir hatten alle nicht viel geschlafen und waren definitiv out of order!
Nach 2-3h Schlaf sah die Welt dann schon wieder ganz anders aus. Im Hafen tobte schon der Mob und wir waren guter Dinge, heute noch mal richtig einen drauf zu machen. Also ab zum Italiener, wo uns eine ganz entzückende Kellnerin bedient hat – so Mitte 30, dumm wie Lasche, bauchfreies Top und rasierte, aber deutlich nachwachsende Schambehaarung bis zu den Brustwarzen – ekelhaft!
Nachdem ich wieder zur Besinnung kam, musste ich mich einfach dem Alkohol hingeben, um mich nicht mit dieser "Erfahrung" auseinandersetzen zu müssen. Und nach 3 Whisky-Cola hatte ich diese mutige Laune der Natur auch schon fast vergessen!
So motiviert ging es dann wieder zum Hafen. Da tummelten sich mittlerweile Tausende von Menschen an Bier-, Bratwurst- und Schießbuden... Auf der großen Bühne spielte eine Coverband die Hits der letzten 30 Jahre... nicht mein Geschmack, aber durchaus Massentauglich und bei meinem Konsum dann auch erträglich! Na ja, was soll ich sagen? Der Tag endete, wie er begonnen hatte... im "New Orleans" und das wieder bis morgens um 6 Uhr – schönet Ding! derMax