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10. Juni 2003 Kiel – Pumpe

Nach der relativ entspannten Nacht auf dem Zeltplatz ging es gegen 9 Uhr raus zum großen Frühstücken. Mick war wahrscheinlich schon seit 6 Uhr wach. Auf jeden Fall saß er schon seit geraumer Zeit vorm Zeltplatzkaufladen bei Sonnenschein und Kaffee. Der Rest der Truppe gesellte sich dann nach und nach dazu. Frische Brötchen gab es im Laden und den Rest hatten wir, dank des Jahrhunderteinkaufs, ja noch im Lager! In dieser entspannten Atmosphäre wurden dann allerhand Themen, wie Fußball, Fußball oder die alles entscheidende Frage: "Hätte die CDU ohne Stoiber mehr Stimmen erhalten?" ausgiebig diskutiert. Diese Debatte dauerte dann so bis in die frühen Morgenstunden und konnte auch nicht schlußendlich geklärt werden. Aber egal, der Weg ist das Ziel – um mal wieder eine Floskel zu gebrauchen...
Wir bauten dann also die Zelte ab und machten uns dann auf den Weg nach Kiel. Da sind wir dann auch am späten Nachmittag angekommen. Auf der Fahrt haben wir dann noch im Radio die Werbung und Ankündigung unseres Konzertes in der Pumpe gehört. Na das machte doch Mut...
Nach 25 Stadtrundfahrten haben wir dann endlich einen geeigneten Parkplatz gefunden. Nach einer kleinen Stadtbesichtigung zu Fuß ging es dann auch wieder zurück zum Bus und dann in die Pumpe. Am Bus hing dann auch endlich der 1. Strafzettel der Tour – Behindertenparkplatz – das wird teuer! Egal, wir sind Rockstars und Geld spielt keine Rolle!

Die Pumpe selbst stellte sich als ein richtig geiler Live-Club heraus. Unten im Keller gab es 'ne dreckige Bühne, 'ne Bar und Licht. Alles roch nach kaltem Rauch und bierbeklebtem Fußboden. Als Sitzgelegenheiten dienten alte, ausrangierte Sofas... Jeder Lebensmitteltechniker hätte daran seine helle Freude gehabt!
Na egal, uns wurde dann erst einmal die Schlafplätze in der 2. Etage gezeigt. Das war im Prinzip ein leerer Konferenzraum – also ohne Betten. Aber wir hatten ja auch alles dabei.

Wir räumten dann den ganzen Kram jeweils in den Keller oder in die 2. Etage und begannen, die Anlage zu verstöpseln.
Beim Soundcheck fiel uns dann immer wieder ein ganz fieses Geräusch auf, welches wir nicht genau lokalisieren konnten. Aus irgendeiner Ecke fiepste es unaufhörlich. Nur kam es mal von rechts, dann von links... Irgendwann wurde es Ralph Peter und Basti dann zu bunt und man entschloß sich, alles noch einmal neu zu machen. Und siehe da... et wummerte im Bauch... ohne Fiepsen!

Die Verstärker wurden also auf "LAUUUUUUUUUT" gestellt und die Anlage dementsprechend angepaßt. Ha! Jetzt konnte es doch losgehen... Aber es war grad mal halb Neun und vor halb Elf sollte es nicht losgehen. Also Karten raus und ran an den Skat. Ich erspare mir und vor allem Euch jetzt eine ausschweifende Erzählung darüber, wer denn wohl auch dieses Spiel gewonnen hat. Wir wissen es längst!
Bei Tunfischbaguette und Bier ließ es sich eigentlich auch ganz gut aushalten. Nur als gegen 22 Uhr immer noch keine 1000 Mann da waren, hab ich mir schon gedacht...hui!!! Wir haben dann trotzdem gegen halb Elf angefangen mit spielen. Und wie das immer so ist... ist der Laden leer, hat man eh nix zu verlieren und spielt irgendwie befreiter auf. Man redet automatisch mehr und hat so irgendwie einen besseren Draht.

Und wir haben befreit gespielt! Holla! Ob es jetzt nur am geilen Sound auf der Bühne oder an der Begeisterungsfähigkeit der wenigen Menschen gelegen hat, die sich an diesem Abend in die Pumpe verlaufen haben, kann ich nicht mehr genau nachvollziehen. Wahrscheinlich war es beides. Auf jeden Fall hat das ganz schön gerockt. Endgeil! 1,5h volles Ballett und Brett. Danach war ich echt im Arsch.
Im Anschluss an das Konzert wurde dann noch ein wenig der Durst bekämpft und mit jungen Damen die Erfolgsaussichten ausgelotet... Es waren dann aber doch zu wenig Damen für uns alle da und je später der Abend, desto mehr stieg unsere Lust... (ha, Eure Gedanken möchte ich jetzt gar nicht wissen!) ... unsere Lust, Musik zu machen. Das Zeug stand ja noch alles und so jamten wir los. Bei der Gelegenheit probten wir dann auch gleich das neue Intro – 100x! Schönet Ding!
Jetzt war es dann auch schon 2 Uhr, wir total aufgedreht und in Partylaune. Also ließen wir uns kurz erzählen, wo in Kiel morgens um 2 noch der Bär steppt und dann ging's ab zur "Bergstraße". Das war so ein Tanztempel mit 8 verschiedenen Diskotheken, für jeden was dabei. Das Publikum rekrutierte sich fast ausschließlich aus 18-jährigen Blondinen... Es war die Hölle! Ich bin wirklich nur dort geblieben, weil ich auf die anderen aufpassen wollte – ehrlich! Gegen 5 Uhr lagen dann alle im Bett und haben geschlafen wie die Babys. Auch schön! Alles in allem ein gelungener Auftritt, gelungener Abend und interessanter Morgen... derMax