8.+ 9. Juni 2003 Zeltplatz – Scharbeutz
Nach der anstrengenden und alkoholgetränkten Nacht in Bremen war die Mannschaft eigentlich total im Eimer. Der wenige Schlaf, die nicht geringen Mengen an hochprozentigem und die sengende Hitze setzten uns ganz schön zu. Und so waren wir froh, dass wir gegen 18 Uhr unseren Zeltplatz bei Scharbeutz gefunden hatten. Schon in der Zufahrt fiel uns ein richtiger Fußballplatz auf, der zum Zeltplatz gehörte. Die Hälfte meiner Mitstreiter war nur mäßig begeistert über diesen Umstand. Aber es nutzte nix! Aber der Reihe nach...
Erst einmal wurden die Zelte aufgebaut. Das ging eigentlich auch ziemlich fix. Doch der Wettergott spielte uns übel mit. Mittendrin meinte er, dass es jetzt doch der ideale Zeitpunkt wäre, es mal eben regnen zu lassen. Die ganzen Tage waren Sonne und herrlichstes Wetter. Aber wehe, wir haben spielfrei und bauen Zelte auf, dann regnet es – is' klar!!!
Also wurden die Zelte notdürftig festgezurrt und dann wurde sich in den Bus geflüchtet. Hier entstanden dann auch die Bilder aus der Galerie. Draußen kam ein zünftiger Platzregen danieder. Also wurde der Bus kurzerhand zur Spielhölle umgebaut. Gut, nicht alle waren über die unkonventionelle Sitzweise begeistert. Aber Techniker sein heißt "Opfer bringen"! Muss ich an dieser Stelle noch einmal erwähnen, wer auch dieses Skatturnier zu seinem Gunsten entschieden hat? Ich glaube nicht. Dem aufmerksamen Tagebuchleser wird aufgefallen sein, wer der ungekrönte Skatgott des mittleren Saaletals ist. Ach, es sind neue Leser hinzugekommen? Na ja, dann sag ich's halt noch einmal: "Ja, ich habe gewonnen!" - und das völlig zu Recht. Ich gebe aber auch unumwunden zu, dass ich diese Geschichte nicht erzählen würde, wenn das Ergebnis ein anderes gewesen wäre. Tja, das ist halt der Vorteil des Schreibers. Das gilt beim Skat wie beim Tagebuch!
Nach einer Flasche Wein, einer Dose Würstchen mit Senf und 'ner Menge Punkte für mich hörte der Regen dann langsam auf.
Also raus den Ball und ab auf den Platz der Wahrheit.
Basti meinte noch, dass es für ihn nicht die allerbeste Idee wäre, jetzt Fußball zu spielen. Aber Schlagzeuger zu sein heißt: "Opfer bringen".
Um ein weiteres Debakel á la Frankfurt zu verhindern, nahm ich mich Bastis und Atzes an und versuchte, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Also neue Mannschaften, neues Glück.
Und Atze war gut drauf... yeah!!! Ich sowieso!!! Aber Basti machte uns echt Kummer! Schon nach 3 schnellen Schritten brach er fast bewusstlos zusammen. Irgendwie hatten ihn die letzten Tage wohl doch mehr mitgenommen als er zugab. Nach jedem "Sprint" blieb er auf der Stelle stehen und pumpte wie ein Maikäfer. Irgendwann prallte er bei so einer Aktion richtig derbe gegen den Torpfosten. Dabei trug er ein wirklich derbes Hämatom davon, welches Tag für Tag sämtliche Farben des Regenbogens annahm. Das bei diesem Spiel Bastis "neue" Polenhose dann komplett den Geist aufgab und sich dann auch noch der oberste Knopf verabschiedete, fiel da gar nicht weiter ins Gewicht. Auf jeden Fall torkelte er mehr auf dem Platz rum, als dass er Fußball spielte. Und so war es trotz meiner zugegeben hervorragenden fußballerischen Fähigkeiten und den dicken Oberschenkeln von Atze nicht möglich, das Spiel für uns zu entscheiden. Unentschieden...!!!
Dann war Zeit für Abendbrot. Nun wurde der Grill wieder rausgeholt. Der Wind machte es relativ schwierig, das Feuer zu entfachen. Also wurde ein Halbkreis gebildet und die fetten Ärsche als Windschutz genutzt (siehe Bild). Das Feuer ging dann aber auch irgendwie an.
Fusseline hatte uns lecker die verschiedensten Fischsorten in Alufolie eingepackt und mit verschiedensten Kräutern und Pilzen veredelt. Dazu ein, zwei Wein und frisches Baguette mit Kräuterbutter. Lecker! Diese ganze Fressorgie ging dann so bis halb um Zehn...
Noch ein kurzes Fußballspiel, ein wenig Wein und Wodka und dann war aber auch Zeit fürs Bett. Ich war komplett im Arsch!
Zeltplatzüblich war die Nacht dann auch schon gegen 9 oder 10 Uhr zu Ende. Mit müden Knochen quälten wir uns dann heraus und langsam in Richtung Dusche. Hier musste man, wie schon am Vorabend, 50 Cent in den Automaten schmeißen, um an das heiße Wasser zu kommen. Das hat eigentlich auch jeder verstanden. Außer... (Ihr kommt nicht drauf!) ... außer? ... na Basti natürlich! Der steckte natürlich kein Geld in den Automaten und wunderte sich dann, dass nur kaltes Wasser aus der Brause kam. Na ja, der Aufprall gegen den Torpfosten hat ihm dann wohl noch die letzten Windungen gekostet...
Gefrühstückt wurde dann bei good old "McDonalds". Der war brechend voll. 4 Kassen und an jeder Minimum 5 Leute vor uns. Atze und ich stellten uns an die vermeintlich kürzeste. Direkt vor uns standen eine Mutter (Anfang 30, 160cm und 80kg) und ihre zwei Blagen, äh... lieben Kinder (Torben und Johanna – 3 und 4 Jahre alt). Die quengelten natürlich die ganze Zeit – is' klar! Aber was soll's? Es sind schließlich Kinder und Mama hatte auch vollstes Verständnis für ihre Kleinen. Nach ca. 45 Minuten Warten waren die dann auch endlich dran. In dem Moment fiel Mama natürlich ein, daß ihr Kind doch eigentlich total pfiffig ist und doch schon gaaaaaaaaaaaanz alleine ihr Essen bestellen kann. Vielleicht hätte sie dem Gör mal vorher sagen sollen, was es denn gern hätte. Auf jeden Fall hat die Kurze, als sie dann endlich dran war, natürlich kein Wort rausbekommen und Mama hat es dann nach ca. 20 erfolglosen Versuchen, Klein-Johanna zum Sprechen zu bewegen, dann auch endlich mitbekommen und die 2 Hamburger ohne ihr Wunderkind bestellt! Glückwunsch!
Das Atze nicht komplett getillt ist, war pure Faulheit von ihm.
Na gut, wir hatten unser Frühstück. Da Basti und Ralph der Meinung waren, sie müssten sich an eine andere Schlange stellen als wir...he! Also als ich dann fertig war mit meinem Essen und den 2 Kaffee hatten sie doch dann tatsächlich auch schon ihr Essen! Manche lernen es eben nie!
Nachdem wir nun quasi den halben Tag in diesem "Fast Food Restaurant" zugebracht hatten, hielt sich unser Elan auch echt in Grenzen. Wir sind dann ab in den nächsten Supermarkt und haben erst eimal Nachschub geholt. Knappe 100 Euro hat der Spaß gekostet. Aber von nix kommt nix!
Dementsprechend sah dann auch der Nachmittag und Abend aus... Essen, Trinken, Essen, Trinken – Urlaub eben!
Und so ging auch dieser Tag zu Ende, wie die Abende zuvor. Schönet Ding! derMax