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05.06.03 Frankfurt - Grotte

Also, ich hab lange überlegt, wie ich das hier schreibe. Ob jetzt jeden Tag einzeln oder alles zusammen – aber ich denke mir, fass Dich kurz und es wird immer noch lang genug…
Ich vergess hier bestimmt die Hälfte aber mein Gott, ich werd auch nicht jünger…

Also los…Start war am Donnerstag, den 05.06.03, in Jena. Den Bus hatten wir am Vorabend nach der letzten Probe schon eingeräumt und so fuhr ich gegen 10 Uhr von Haustür zu Haustür und holte die Pfeifen ab. Alle, das waren Mick, Basti, Ralph, Atze und Fussel. Mit diesen 5 finstern Gesellen sollte ich nun also die nächsten 11 Tage verbringen. Atze trafen wir dann an der Autobahn bei der Aral. Dort haben wir noch mal getankt und uns mit Speisen und Getränken versorgt. Und dann ging´s ab…
Nach 1h gab es dann auch schon die 1. von 1532 lang ersehnten Pinkelpausen. Da ich, wie ich es bei Mutti gelernt hab, noch mal vor der Abfahrt abgestrullt hab wie ein Polizeipferd, nutzte ich die Zeit, um meine nahezu perfekten Fussballkünste zu festigen. Klar, dass das am Ende wieder ausartete, als wir zu 6. den Fussball 100x quer über diesen Autobahnrastplatz gedroschen haben. Na gut, ich bin dann doch noch mal eben schnell Pinkeln – Beamtenblase – und weiter ging es.

Gegen Mittag 14 Uhr sind wir dann in Frankfurt angekommen. Nach einer sehr präzisen, wenn auch Seitenverkehrten, Einweisung haben wir dann auch schon den Studentenclub „Grotte“ gefunden. Im Innenhof waren schon viele Helfer dabei, die Bühne aufzubauen und alles für den Geburtstag des Clubs herzurichten. Wir hatten also erstmal Zeit um ein wenig Nahrung aufzunehmen. Das taten wir dann auch im nahe gelegenen Einkaufszentrum, wo wir allen Menschen zeigen konnten, wie gut uns unsere Eltern erzogen haben. Manchmal ist den Kerlen einfach nix peinlich. Gut, wir durften dann ganz normal zahlen und wurden nicht rausgeschmissen aber… Egal. Zurück zur Grotte, wo mittlerweile die Bühne stand und wir aufbauen konnten. Nach einem kurzen Soundcheck, bei dem mir mein neuer Gitarrensender durchgebrannt ist, haben wir dann Quartier bezogen. Also ich hatte ein Bett. Aber es war klar, dass bei 6 Personen und 3 Betten irgendeiner schlechte Karten haben würde.
Dann ging es wieder runter. Es war grad 17 oder 18 Uhr, die anderen Bands machten noch Soundcheck, und so sind wir zusammen in den Park gegangen (50m) und haben das gemacht, was wir immer machen…Fussball gespielt!
In der linken Ecke: die Mannschaft des bisher ungeschlagenen Titelverteidigers, den Zauberern am Ball, den Göttern des gepflegten Kurzpassspiels, den legendären Vorbildern einer ganzen Fussballgeneration… direkt aus Rio – „The Wonderballs“ (Mick, Fussel und ich)!
Ich mein ist schon klar, dass ich da mitspiele aber beim Fussball zählt Teamgeist. Von daher erwähne ich die anderen wenigstens…
Und in der rechten Ecke: die notdürftig zusammengezimmerte Hammelherde des Ortsverbandes Jena. Die Auswechselspieler Nummer 23, 24 und 25 der 4.Mannschaft von Jena – Lobeda…Basti, Atze und Ralph.
Ehrlich, es war ein Trauerspiel… Atze versuchte dann noch durch grob unsportliches Verhalten die drohende Niederlage abzuwehren, indem er alles umgrätschte, was sich ihm auf 5m näherte, aber elfenartig umliefen wir auch diese Hindernisse und gingen als Sieger vom Platz. Und da ein deutliches 55:02 nicht reicht, hatte der Fussballgott sich für unseren „Grätscher“ noch ganz was besonderes einfallen lassen. Wie in einem Park so üblich, verrichten Hunde schon mal ihr Geschäft auf einer Wiese. Und da wir alle barfuss spielten, war es nicht ausgeschlossen, dass man da vielleicht auch mal reintritt. Aber nein – nur Atze hat dieses Wunder geschafft! Danke Fussballgott!
Pele, Ronaldo und Zidane haben dann erstmal geduscht. Die unwürdigen Verlierer mussten auf Ihrem Zimmer bei geschlossenem Fenster warten.
Gegen 20 Uhr ging es dann zum Italiener um die Ecke. Der Studentenclub hat sich nicht lumpen lassen… Bei Pizza, Wein und Sonnenschein ließen wir es uns richtig gut gehen. Als wir wieder an der Grotte waren begann grad die 1. Band zu spielen. Abgefahrene Titelmelodien von alten Serien wie „Bonanza, Dallas oder McGyver…“ gab es da auf die Ohren. Der Innenhof war schon gut gefüllt. Nur der ab und zu einsetzende Regen und die teilweise wirklich orkanartigen Windböen störten den Musikgenuss.
Gegen 21:30 Uhr waren wir dann dran. Das Wetter hatte sich einigermaßen beruhigt und so lief das Konzert fast wie von selbst. Erst wurde geguckt und gehorcht – es kannte uns ja keiner – und dann wurde getanzt, geschrien und geklatscht. Als Zugabe dann noch „the middle“ und „lass uns leben“, das alles vor jungen, gut aussehenden Studentinnen, weit weg von zu Hause – Herz, was willst Du mehr !!!

Im Anschluss wurde dann erstmal so richtig gefeiert. Bei reichlich Alkohol und Frauen wurden dann erstmal die alten Baggerkünste wieder ausgepackt. Was bei dem ein oder anderen zu vernichtenden Reaktionen führte, die aber höflich als Lebenshilfe formuliert wurden…
Naja, mehr oder weniger erfolgreich fand man sich dann nacheinander in den Betten ein. Ich hatte natürlich! meinen Zimmerschlüssel nicht aus der Hand gegeben und somit ein Bett für die Nacht - um 6 Uhr morgens war das dann auch dringend notwendig! Dieses Glück hatten nicht alle. Und während die nicht betthaften wenigstens auf einer Luftmatratze schlafen konnten hatte Mick das ganz große Los gezogen…1xTreppe und Flur…

Ein sehr, sehr geiler Tag, Abend, Nacht und Morgen in Frankfurt! Von solchen Veranstaltungen müsste es 1000 geben…derMax