03.05.03 Weißenfels – city night life
Wer aufmerksam die Tagebucheinträge gelesen hat, dürfte schon erahnen, wann und in welchem Zustand wir an diesem Tag das erste Mal die Sonne gesehen haben… Es war weit nach Mittag und sehr sonnig, viel zu hell für meine sensiblen Äuglein. Aber die „city night life” in Weißenfels wartete. Und da das bisher immer eine gelungene Veranstaltung war, entschied ich mich dann doch aufzustehen und schick zu machen.
Treffpunkt war wie schon so oft das „cheers“ zum guten alten Fußball gucken. Bis auf einen waren wir da auch alle wieder versammelt. Denn...ihr ahnt es... unser Basti war tatsächlich immer noch im Krankenhaus am Pressen. Das eine Geburt kein Zuckerschlecken ist, dass war mir klar. Aber dass ein Kind seine Eltern schon vor der Geburt so quälen kann, das war mir neu! Naja, wir meldeten uns telefonisch bei Basti ab und fuhren schon mal ohne ihn los. Wenn ich ganz ehrlich bin hat er mir fast ein wenig Leid getan. Die arme Sau war seit knapp 40h ununterbrochen auf den Beinen. Und Krankenhausluft ist ja nun auch nicht unbedingt eine Sauerstoffoase. Aber egal, da musste er durch!
Das Lokal in Weißenfels „Centra Gourmet“ war uns schon von den letzten Veranstaltungen her bestens bekannt. Von daher ging auch der Aufbau relativ fix. Wobei fix nun auch wieder ein wenig übertrieben ist, da wir in der 1.Etage spielen sollten und so den ganzen Krempel über eine relativ schmale Treppe nach oben wuchten mussten. Da Franzi und Ralph nun am Vortag schon reichlich Erfahrungen gesammelt haben, was den Aufbau eines Schlagzeuges anbetrifft, waren sie natürlich die mit Abstand am besten qualifizierten Arbeitskräfte für dieses Unterfangen.
Die entstandene Freizeit nutzten Mick, Henne und ich mit einem gepflegten Ball auf dem Marktplatz zu Weißenfels. Dummerweise ließen es unsere fußballerischen Fähigkeiten nicht immer zu, dass die Bälle dort landeten, wo sie hin sollten. So musste sich dann doch der ein oder andere Passant mit einem beherzten Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Zum Glück wurde keiner verletzt!
Irgendwann gegen 18 Uhr klingelte dann das Handy von Henne. Es war endlich vollbracht... unser Basti war Papa geworden! Das Produkt seiner Lenden und Leidenschaft bekam den Namen „Moritz“ und wog stattliche 3,8kg. Man kann wohl davon ausgehen, dass da kein Tropfen daneben ging. Das wichtigste aber war, dass Mutter und Kind gesund sind! Herzlichen Glückwunsch!
Ca. 2h später kam dann auch Basti in Weißenfels an. Eigentlich war es vielmehr seine körperliche Hülle. Man sah ihm die Strapazen der letzten beiden Tage deutlich an, dennoch grinste er von Kiew bis Lissabon. Basti ist Papa!? Irre!
Dieses Ereignis musste natürlich erstmal gefeiert werden...Also Bier und Schnaps für alle! Kurzerhand wurde beschlossen, dass Basti sein Auto in Weißenfels stehen lässt, damit er als Papa nicht als einziger Wasser trinken muss. Und so taten wir es... holla!
Gegen 21 Uhr ging es dann auch schon los. Die Hütte war schon relativ gut gefüllt. Wie bei Kneipenfesten so üblich kommen die Leute erst mal, sehen sich alles an, gehen dann in die nächste Kneipe und kommen dann – wenn man gut war – irgendwann wieder. Na ja, bis auf einen vielleicht...
Den konnte ich wohl irgendwie nicht so recht von mir und der Band überzeugen. Mit einem etwas wirren Gesichtsausdruck, Geifer in den Mundwinkeln und dem gestreckten Mittelfinger verließ er maulend bereits nach 3 Songs die Räumlichkeiten – schaaaaaaaaaaaade !!!
Dem Rest hat es aber scheinbar gefallen, denn viele Gesichter, die gegen 21 Uhr schon mal da waren, hab ich gegen 23 Uhr wiedergesehen. Am Ende war es wie immer rappelvoll!
Das hatte natürlich auch den Effekt, dass man die Luft da drinnen schneiden konnte, wie im Gewächshaus. So zog ich dann irgendwann dann auch meine Schuhe aus, weil sich in den Dingern schon ein mittlerer Dorfteich gebildet hatte. Ich meine ok, das war jetzt vielleicht nicht unbedingt fein von mir. Aber dass Ralph Peter Jürgen diese Situation schamlos ausnutzen musste und sich ebenfalls seines Schuhwerkes, oder besser seiner stinkenden Elbkähne, entledigte, grenzte an eine schwere Körperverletzung! Ich bin mir sicher, dass ich dadurch nachhaltig in meiner Entwicklung negativ beeinflusst werde.
Aber gut, durch die perfekte Darbietung unserer Künste gelang es uns wahrscheinlich, die Leute in eine Art Trancezustand zu versetzen. Auf jeden Fall schienen die den Geruch gar nicht mehr wahrzunehmen und tanzten einfach weiter. Zum Glück! Das schöne an solchen Veranstaltungen, die man schon mehrfach gespielt hat, ist, dass einen die Leute schon kennen und vor allem die eigenen Songs mitsingen und mittanzen können. Ach, das ist meine Welt! Vor allem zum Schluss – „lass uns leben“ – der Hammer!!!
Mein Favorit an diesem Abend war aber ohne jede Frage „ans Ende denken wir zuletzt“. Einfach nur geil! Nach der 100. Zugabe war dann aber wirklich Schluß. Nicht, weil wir nicht mehr gewollte hätten. Im Gegenteil, ich hätte spielen können bis Mittags. Aber mitten in der Stadt, wo wir ja nun mal gespielt haben, muss man sich an gewissen Zeiten und Grenzen halten. Das war dann so gegen 2 Uhr.
Jetzt hatten wir dann endlich Zeit für die Mädels...eh? ... Getränke...eh? ...ich meine wir haben dann natürlich sofort abgebaut, eingepackt und sind nach Hause gefahren... wer´s glaubt!?
Ich glaub, es war dann mal wieder erst gegen 5 Uhr als man um uns herum wischte und wir einsehen mussten, dass es jetzt dann doch Zeit wurde. Weil alles so schön war, wir viel gearbeitet hatten und dementsprechend hungrig waren, entschlossen wir uns kurzerhand für ein gemeinschaftliches Frühstück in der Raststätte Osterfeld, morgens halb sechs, unbedingt empfehlenswert! Frische Brötchen, warme Eier, Bratkartoffeln oder Bockwurst, Marmelade oder Nutella... alles da.
Tja, und so ließen wir dieses herrliche Wochenende dann auch ausklingen. 2x „city night life“, 2x volles Haus und geile Stimmung und ein neues Menschenkind auf dieser Erde. Was geht da drüber?! NIX !!! derMax