26.April 2003 Bodelwitz – Fabrik
Reichlich kaputt und müde haben wir uns nach dem Kirchhasel-Gig aus den Betten gequält. Ich glaube, das war so gegen 14 Uhr. Also die beste Zeit, um sich eben zu waschen und dann den Weg ins "Cheers" anzutreten. Dort gab es dann Fußball live und watt zu essen. Beim leidigen Thema Fußball (Mick's Leverkusener waren so scheiße!!!) redeten wir uns dann auch ganz schnell wieder munter und fit. Abpfiff und los...
Bodelwitz liegt irgendwo bei Pößneck – das bedeutet 1h Fahrt, das sind umgerechnet 4x0,5l Bier (Kurs 1:Mick). Der Kurs ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich und so kam es, daß Hennes Vorräte bereits am Ortsausgangsschild von Kahla aufgebraucht waren. Und leider kam danach keine Tanke mehr!
Dennoch kamen wir alle ohne neue große körperliche Gebrechen in Bodelwitz an. Ich meine, Ralph Peter Jürgen war immer noch häßlich, fußlahm und ziemlich verwachsen, aber...? Was wollte ich jetzt eigentlich sagen? Egal!
Also, weiter im Text und rein in die Fabrik zu Bodelwitz. Die war im Prinzip nix weiter als ein gut erhaltener Dorfsaal mit einer sehr schönen, großen Bühne. Also den ganzen Mist raus und aufgebaut. Weil wir auch an diesem Tag mit "stearic" spielen sollten, ließen wir neben Bastis "Schießbude" noch Platz für das stearic-Schlagzeug. Das gesellte sich dann auch irgendwann dazu. Und so wurde aus einer großen Bühne eine ziemlich verwinkelte, kleine Bühne. Wie bei diesem Kabelsalat noch irgendjemand den Durchblick bewahren kann, ist mir schleierhaft. Aber zum Glück ist das nicht mein Job und am Ende bekommt es Henne ja doch jedes Mal hin, daß da Töne rauskommen.
Der Soundcheck war 'ne echte Freude – Henne hatte 'nen guten Tag und wir durften richtig laut machen!!! Yes!
Dann gab's Essen – lecker panierte Fischspieße mit Reis! Dummerweise hatte ich ein Essen zu viel bestellt, naja und eh es schlecht wird... Ich kann es ja auch vertragen!
Naja, es war dann so gegen 20 Uhr und wir waren so gut wie fertig. Also raus die Karten, "geben, hören, sagen... 18, 20, 2..." - herrlich. Ich weiß es zwar nicht mehr genau, aber ich glaube, ich habe gewonnen – bestimmt, wer sonst!? So verging die Zeit bis 22 Uhr. Die ersten Gäste kamen. Gegen 22:30 Uhr war der Saal ... leer - also vielleicht 40–50 Gäste? Darunter vielleicht 5, die wir kannten... Und das war nix in dem großen Ding!
Egal! Gegen 23 Uhr fingen "stearic" den Melodienreigen an. Der Sound in dem Ding war einfach geil! Das rumste um die Magengegend – ein Genuß. Die Leute klatschten auch freundlich, manche schliefen aber auch schon besoffen auf dem Tisch! Geil!
Gegen 23:45 Uhr waren wir dann an der Reihe. Von oben hat man wegen dem Bühnenlicht zwar noch weniger Leute gesehen als von unten, aber egal – ich war heiß auf diesen Sound!
Und so legten wir los... Ich weiß ja auch nicht, woran das liegt. Aber es war einfach nur geil! Obwohl sich die Leute nicht grad überschlagen haben vor Begeisterung, weil sie ja nun auch nicht in Massen erschienen waren, waren wir uns einig. Das war mit Sicherheit eine der geilsten erste Runden, die wir je vor leeren Rängen gespielt haben. Aus diesem Grund haben wir ohne Pause auch gleich die zweite Runde dran gehängt. Schön war's.
Dann waren wieder "stearic" dran. Basti und ich schmetterten am Mischpult die geilsten Stimmen seit Keith Richards hin. Also dachte ich mir, das kann ich auch von oben. Ich verpieselte mich also an den Bühnenrand, schnappte mir das unbenutzte Mikro von Mick und trällerte los... Ich fand es schön! Jan schaute zwar ab und zu mal etwas verdutzt, wer ihm da so schief in die Parade sang, aber es gab am Ende keine Schläge. Also war es wohl ganz gut. Zumindest spielten wir am Ende der Runde dann noch den alten Cliff-Klassiker "Drecksau" zusammen und alles war schön. Wir haben nahtlos weitergespielt bis dann die Luft ausging. Selbst die obligatorische Zugabe mußte gespielt werden, weil es so verlangt wurde! Das war nicht sehr pfiffig von mir. Denn ich hatte nicht wirklich die Gelegenheit, meinen Urinhaushalt im Einklang zu halten. Und so entstand das erste warme Bier am Bühnenrand mit Mikro am Mund – das ist Rock'n Roll !!!
Auf dem Heimweg kehrten wir dann noch "kurz" für 'ne Stunde morgens halb Fünf bei der "DEA" ein, um den einen oder anderen Fleischschnuller zu verzehren. Die gute Dame war natürlich völlig überfordert mit 7 hungrigen und völlig überdrehten Musikanten. Aber wir bekamen alle was zu essen. Der eine oder andere sogar noch ein Pils. Na dann – Prost! derMax