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29. März 2003 - Weißenfels "Schlosskeller"

Der Auftritt, der im Prinzip eine überdimensionale Geburtstagsfeier mit professionellem Veranstaltungsmanagement war. Und gleich vornweg: "Es war sooooooo geil!"

Los ging es gegen 14 Uhr. Ralph Peter Jürgen holte die gesamte Sippe mit dem Bus ab und fuhr uns direkt zum Proberaum. Bei herrlichstem Sonnenschein und schätzungsweise 45°C im Schatten machten wir uns daran, die komplette Anlage aus dem Proberaum in den Bus zu tragen. Zur Erklärung sei kurz gesagt, daß unser Proberaum im 2.Stock liegt. Natürlich gibt es auch einen großen Lastenaufzug in dem Haus (sogar direkt neben dem Proberaum), aber dafür braucht man natürlich einen Schlüssel. Diesen hatten meine lieben Mitmusikanten aus ??? (ich habe keine Ahnung warum) für Gründen nicht beim Vermieter abgeholt.
Und so trugen wir die schwere Scheiße über 2 Etagen die Treppen runter. Ich habe getrieft wie die Sau, aber irgendwann war alles in Bus und Hänger verstaut und es konnte losgehen!
Noch ein kurzer Zwischenstopp an der Tankstelle, um den Flüssigkeitshaushalt mit obergärigem Beruhigungsmittel wieder aufzufüllen, und schon ging es los.

Zu meiner persönlichen Freude hatte Fussel eine CD mit in den Bus geschmuggelt, die, ich zitiere: "total geil" wäre! Schon die Aufschrift hätte mich stutzig machen müssen - "Hüttenknaller" (ne, is klar!). Aber irgendwie habe ich Fussel vertraut. Und das war so was von falsch!!!
Schon beim Erklingen der ersten Töne der CD wußte ich, daß das 1. nix für mich ist und 2. definitiv nur im Suff zu ertragen ist - nur leider bin ich gefahren. Der Inhalt der CD reichte von der russischen Nationalhymne, über irgendwelche Raumschiff Enterprise-Melodien bis hin zu Ricky Krause. Und beschissener hätte man das nicht timen können! Wir mußten in Naumburg "Bulabana" noch kurz Plakate abliefern. Und genau in dem Moment lief im Bus Ricky Krause "Geh doch zu Hause Du alte Scheiße". Mir wäre es ja schon peinlich gewesen, wenn jemand gehört hätte, daß wir so etwas im Bus hören. Aber damit nicht genug, Mick, Henne, Ralph, Basti und Fussel hatten natürlich nicht besseres zu tun, als aus dem Bus auszusteigen und dieses Highlight der Musikgeschichte direkt vorm Haupteingang lautstark zu skandieren. Ich hoffe, die ankommenden Gäste des Bulabana waren nicht allzu verschreckt über diese dann doch etwas gewöhnungsbedürftige Darbietung! Aber das ist Rock'n Roll! (heul!)
So gesehen konnte der Tag jetzt eigentlich nur noch besser werden.
Ich konnte die Jungs dann doch noch davon überzeugen, daß wir noch andere lustige CD's im Wechsler haben und alles wurde schön.

Ziemlich genau um Vier waren wir dann in Weißenfels am Schloss. Und nach kurzem Suchen konnten wir einen ersten Teil der Veranstalter schon freundlich in die Arme schließen. Die waren gerade dabei, Brätchen und andere Fressalien in den Schlosskeller zu bringen und boten sich direkt an, uns beim Tragen zu helfen.
Achja, nach unserer ProberaumausräumaktionüberzweiTreppen hatten wir die ganze Fahrt über Zeit uns Gedanken zu machen, was wohl Schlosskeller bedeuten mag. Ein erster Blick in diesen verhieß dann ganz, ganz, gaaaaaaaaaaanz, ganz stramme Oberschenkel. Ich schätze mal, das waren so ungefähr.. 1.000?, ach 10.000 Stufen waren es bestimmt. Aber durch das beherzte Zupacken aller war der ganze Kram in 'ner Viertelstunde schon unten. Ging doch!
Der Schlosskeller selbst beschreibt sich am besten durch seinen Namen. Ein irre großer Gewölbekeller in einem ziemlich großen Schloss. Ein herrliches Ambiente.
Eine relativ große und fest installierte Bühne sollte unser Domizil für die nächsten Stunden sein. Also aufgebaut und angeschlossen! Das war dann auch relativ schnell erledigt. Ein kurzer Soundcheck und schon konnte die 2. Band des Abends - "excage" - auf die Bühne. Diese sollten uns supporten und was die Damen und Herren da so beim Soundcheck schon abdrückten war ziemlich fett!!!
Also konnten wir uns in aller Ruhe den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen: Bier, Kaffee und Skat! Und das taten wir dann auch - und wie! An dieser Stelle brauche ich wohl nicht zu erwähnen, wer dieses Spiel der Denker und Giganten am Ende fÜr sich entschieden hat. (wer aufmerksam meine Tagebucheinträge verfolgt, wird festgestellt haben, daß ich nur von Spielen berichte, die ICH!!! gewonnen habe. 1. bin ich ein schlechter Verlierer und 2. verliere ich nie - ich lasse höchstens die anderen gewinnen: so bin ich!)
Und siehe da, schon gegen 21 Uhr war der Schlosskeller doch schon ansehnlich gefüllt. Also noch 2 Brätchen und 'ne Wiener im Magen platziert und dann fingen "excage" auch schon an.
Und da steh ich ja drauf, wenn jemand die Leute vorher schon in Schwung bringt! Yes! Und es lief! Der Keller füllte sich immer mehr und wir konnten das 1. Mal unsere Anlage hören, wenn sie richtig aufgewurzelt wurde. FETT!!!
Gegen 22 Uhr waren "excage" dann fertig und wir konnten loslegen. Ich bin mal ehrlich, ich habe immer Schiß, wenn ich auf 'ne Bühne gehe, vor der 'ne Menge Leute stehen, die richtig gut drauf sind. Das Problem daran ist, daß man es schwer hat, sie noch besser drauf zu kriegen. Und es gibt nix schlimmeres, als wenn Du in 'nem vollen Saal anfängst und nach 10 Minuten ist er halb leer!
Aber alles sollte gut werden.
Seit diesem Jahr haben wir als 1. Song nicht mehr irgendeine HammerRockGitarrenNummer, die die Leute erst einmal erschlägt, sondern wir starten mit "U2-one". Und glaubt es mir - wenn der Song bei uns kommt, wird der ganze Abend gut! Und er kam! Herrlich! Und es wurde uns gedankt mit herzlichem Applaus und den ersten schwingenden Hüften.
Jaaaaaaaaa, hier war ich richtig, das ist was für den Max! Yes! In der ersten Runde konnte man noch sehen, wie die Menschen bei unseren eigenen Titeln anfangs etwas aufmerksamer gelauscht haben, bevor sie ihre Energie wieder in Tanzbewegungen münden ließen. Aber das kennen wir schon.
In der 1. Rundenpause erfolgte eine Verlosung mit einer schlecht rasierten, glatzköpfigen Frau als Glücksfee. Der Reiz der weißen Strapse und des viel zu kurzen Rocks konnte gegen die liebevoll gepflegte Beinhaardauerwelle nicht anstinken und so überwog die Frage, "Wie kommt die Wurst in die Pelle?" oder "Warum ist so etwas nicht verboten?" Nein, im Ernst - es war ziemlich lustig. Und da wir von der Lotterie ausgeschlossen waren, konnten wir uns auch mehr an der geilen Losfee sattsehen, als auf die Preise zu hoffen.
Die 2. Runde begann direkt mit Verwirrung. Eines meiner Lieblingsstücke im Programm - Bandits "catch me" - fing Basti in aller Ruhe an zu spielen. Nur Mick schaute mich fragend an und sagte, daß sein Verstärker keinen Ton sagt. Geil! Eigentlich spiele ich die Nummer bis zum 1. Kehrreim (geil wa?!) gar nicht mit, aber was soll's? Also spielten wir und Mick suchte den Fehler. Bei der ganzen Verlosungsaktion hatten sich wohl ein paar Stecker gelöst. Aber alles wurde gut und zum 2. Kehrreim (geiles Wort) war unser Mick auch wieder dabei. Dann direkt Placebo "black eyed" mitten ins Gesicht und der Keller war restlos erwacht. Jetzt ging es ab. Da wurde getanzt, gesungen und dumme Witze gemacht!!! Einfach nur eine richtig geile Stimmung. Und jeder Song ein Treffer. Selbst die eigenen Sachen konnten wir teuer verscherbeln. Das bekam gar keiner mit! Die Leute wollten einfach nur tanzen und Party haben. Und datt haben se jekriecht!
Schönet, wirklich schönet Ding!
Es würde den Rahmen sprengen, hier auf alle Einzelheiten einzugehen. Aber vielleicht noch die - Ralph Peter Jürgen wollte wieder keiner küssen!!! Und dabei hab ich das alte Flaggschiff der getragenen Tanzmusik wirklich angepriesen wie die Sau! Naja, man kann nicht alles haben!
Am Ende der 4. Runde (mittlerweile war es 03:30 Uhr morgens) merkten wir dann, daß uns keiner gehen lassen wollte. Die Rundenzettel waren abgespielt, aber den "Zugabe" skandierenden Partygästen, konnten man doch keinen Wunsch abschlagen. Und - verdammt - ich wollte weiterspielen! Obwohl meine Stimme schon den einen oder anderen Kratzer davon getragen hatte und ich eigentlich schon ziemlich fertig war. Aber das ist Rock'n Roll! Also spielten wir noch 3 Zugaben.
Das reichte dem Publikum aber nicht. Also riß Basti das Ruder an sich und läutete mit einem 5-Minuten-Schlagzeugsolo die letzte Zugabenrunde ein. Den Leuten hat's gefallen und uns auch. Dann noch 3 Zugaben und Schluß! Man war ich k.o.! Aber glücklich! Was für ein Abend! Geile Leute, geile Stimmung - alles geil! Das will ich wieder haben! Jeden Tag, bitte!
Am Ende wurde dann erst noch einmal ausgiebig mit Bier entspannt. Ich habe auch Teile der Band beobachten können, wie sie mit mir nicht bekannten weiblichen Subjekten sehr intim kommunizierten! Aber auf jeden Fall sind wir alle gemeinsam nach Hause gefahren ;-)

Und so wurden wir alle für die Strapazen, des Treppen rauf und runter und rauf und runter am Ende doch mehr als nur entschädigt!

Auf ein nächstes Mal - derMax