09.Januar.2003 Apolda – N°1
Mahlzeit und herzlich Willkommen im neuen Jahr!
Es geschah an einem bitterkalten Donnerstag im Januar 2003. Vier junge und extrem gut aussehende Musiker machten sich auf den Weg in die Kulturmetropole Ostthüringens – Apolda.
Also wir waren vorher noch nie unter musikalischen Flaggen in dieser Stadt, aber wir waren gespannt wie die Flitzebögen. Der Club hieß N°1 und wurde uns angepriesen als der beste „Live-Club“ der Stadt, um es gleich mal vorweg zu nehmen – er hielt, was man versprochen hatte.
Aber von vorn, los ging es gegen 17 Uhr im Proberaum. Bei geschätzten Minus 20°C, also circa...., es können auch Minus 25°C gewesen sein... Also, bei Minus 30°C schickten wir uns an, den kompletten Krempel aus dem Proberaum in den Fahrstuhl zu verfrachten. Dies war schnell vollbracht, da wir seit dem 27.12.02 (Ausräumen der HavanaBar) nicht mehr gespielt hatten und das Zeug noch verladefähig abgestellt war. Problematisch dagegen stellte sich die Benutzung des Fahrstuhls dar. Der wollte nämlich nicht so, wie wir wollte. Also eigentlich wollte er gar nicht. Das Ding war bis unters Dach beladen und bewegte sich keinen Meter.
Leider war unser McGyver (Ralph Peter Jürgen) noch irgendwo in Erfurt unterwegs und konnte uns somit überhaupt nicht helfen. Tja, da ich selbst technisch und handwerklich nur mäßig begabt bin und der Rest der Combo noch mit Ausräumarbeiten beschäftigt war, hatte ich mich damit abgefunden, die ganze Anlage die Treppe runtertragen zu müssen.
Doch zum Glück sprach unser Basti ein ernsthaftes Wörtchen mit dem Fahrstuhl, dann folgten 10 – 20 gezielte Schläge und Tritte gegen die Fahrstuhltür und siehe da... das Ding bewegte sich tatsächlich abwärts.
Unten wartete schon Henne, der Sonderbeauftragte in Sachen lückenloser Anlageneinbau in den Bus.
Was dann folgte war ein Geniestreich deutscher Einbaukunst. Scheinbar mühelos gelang es dem Burschen, die vorhandenen Elektrogeräte, Kabel und Instrumente im Bus bis zur Unterkante zu verstauen. Da passte alles aneinander, zueinander, miteinander - quasi luftdicht verpackt war das Ding – da konnte gar nix rutschen! Und los ging es. Auf grund der arschglatten Straßen haben wir fast eine Stunde bis nach Apolda gebraucht. Aber alles blieb heile und nur das zählt. Die N°1 war gut geheizt aber relativ verbaut, also schon groß aber mit viel zu vielen Tischen und Stühlen. Als die nette Dame hinter der Bar uns dann die Ecke zeigte, in der wir spielen sollten, erstickten wir kurzzeitig. Die einzige Möglichkeit da Platz zu finden, wäre gewesen, uns in der vertikalen zu stapeln.
Also erst mal 2 Tische inklusive Stühle raus, den Rest umgestellt und dann langsam und mit Bedacht aufgebaut. Leere Gitarrenkoffer, Kisten etc. wurden in einem nebenliegendem Billardraum gestellt. Und so war es dann am Ende doch noch möglich, dass wir uns komplett aufgebaut hatten, wir uns bewegen konnten und der Veranstalter auch zufrieden war mit dem Platzangebot im Club.
Der Soundcheck konnte kurz gehalten werden, da alles passte. Wir haben uns aber auch wirklich zusammen gerissen und sehr, sehr leise gespielt. Ganz zur Freude von unserem Soundtuner Henne.
Zur Belohnung gab es für alle ein leckeres Abendessen. Also eigentlich für fast alle, denn auf grund von leichten Verständigungsproblemen bekam unser Mick anstelle von „irgendetwas mit Fleisch“ einen leckeren „kleinen, gemischten Salat“. Seine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Zur Frustbewältigung gab es dann noch eine kleine „Beam-Cola“ und das Essen war vergessen. Für den Rest von uns gab es lecker Steak, Pizza, mexikanische Pfanne... ein Gedicht !!!
Gegen 21 Uhr ging es dann entgegen aller guten Vorsätze mal wieder vollgefressen auf die Bühne.
Bis auf das Weihnachtsspezial und „Onprangering“ blieb die 1. Runde wie in der HavanaBar. Zu diesem Zeitpunkt war die „N°1“ schon richtig gut gefüllt. Alle Tische und Stühle waren restlos besetzt und der Rest drängelte sich an der Bar – und das zum Donnerstag – nicht schlecht. Die Stimmung war dementsprechend gut. Und das, obwohl uns in Apolda wahrscheinlich die wenigsten kannten, bis auf die „Jenaer Delegation“ und Kai (mititalienurlauber).
Das highlight der 1.Runde war für mich „pride – in the name of love“. Ich glaub das Teil haben wir noch nie so sicher und ...Achtung liebe Mitmusikanten....dynamisch !!! gespielt wie an diesem Tag - eine geile Nummer!
Auch die 2. Runde lief richtig geil bis zur letzten Nummer – „win some loose some“. Da fehlen mir jetzt glatt die Worte – Wahnsinnsnummer!!!
Die 3. Runde war ebenfalls angelehnt an die HavaBar – Geschichte. Das hieß, 3 ziemlich raue Nummern, gefolgt von der schon legendären „Ärzteunpluggedrunde“. Im Anschluss daran wurde es dann ein wenig lauter, Hennes Gesichtsausdruck etwas angestrengter und unsere Stimmung immer besser! Das ist nun mal ein altes Gesetz – je lauter eine Band spielen darf, desto geiler ist das Gefühl für sie. Naja eben bis auf den Techniker. Aber unser Henne meisterte selbst diese Hürde problemlos.
In der 4. Runde wurde dann gnadenlos gerockt, was das Zeug hielt – hart, laut aber herzlich! Ich schockte meine Mitstreiter mal wieder mit spontanen Programmänderungen – lief aber alles glatt. Wir haben seit langem mal wieder den „22.02.98“ gespielt, mit einem „intergalaktischen“ Gitarrensolo von mir. Ja, Ihr habt richtig gelesen – von mir! Da schlummern Talente in mir, die die Welt nicht braucht!
Gegen 1 Uhr war dann Schluss. Im Zugabenteil spielten wir dann noch spontan eine ganz neue Nummer, die noch gar keinen Text hat, aber abgeht wie Schmitz Katze. Das war dann für mich der krönende Abschluss dieses Abends. Wir haben dann abgebaut und noch bis halb vier da gesessen und gelabert und getrunken. Da der Club immer noch gut gefüllt war, konnten wir ja auch nicht gleich die Klamotten in den Bus räumen – also was blieb...
Also ein sehr gelungener Start ins neue Jahr. Wir werden mit Sicherheit in diesem Jahr noch mal da spielen. Weil – besser kann man einen Donnerstag nicht verbringen! derMax